Der Garten im November

Vier Garten-Aktionen, die in den nächsten Tagen auf dem Programm stehen

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So ein rauhes Herbst-Lüftchen kann doch einen gestandenen Stahl-Gockel nicht erschüttern!



Ein bisschen trostlos sieht er ja aus, der Novembergarten. Das Beet ist abgeerntet, die Gartenmöbel haben ihr Winterdomizil bezogen und die Wiese versinkt unter einer dicken Laubschicht. Kein Brummen, kein Zwitschern ist mehr zu hören. Die Natur geht in die Winterpause.

Natürlich würden der Gärtner und die Gärtnerin auch gerne die Füße hochlegen – im Optimalfall an einem prasselnden Kaminfeuer. Doch das scheitert bei uns an zwei entscheidenden Gründen: Zum einen haben wir noch gar keinen Kamin, in dem wir den Holzscheiten beim Brennen zusehen können. Und dann gibt es ja noch einiges zu tun, bis der Garten winterfest ist. Diese vier Aufgaben warten noch auf uns:

1. Laub rechen und umverteilen
Im Frühling konnte man ganz einfach erkennen, welche unserer Nachbarn schon aus dem Winterschlaf erwacht waren und welche nicht. In manchen Gärten sah es Ende Februar schon ziemlich aufgeräumt aus, in anderen lag noch das Laub auf dem Rasen.

Dabei ist die Grasfläche so ziemlich der einzige Ort im Garten, der nicht von einer Laubschicht profitiert. Auf den Beeten schützen die bunten Blätter empfindliche Pflanzenwurzeln und fungieren gleichzeitig als Mulchschicht. Auf dem Komposthaufen sorgen Sie ebenfalls für Abwechslung – und besonders feinen Kompost. Und weil das Ökosystem Kompost nicht zu viel Herbstlaub auf einmal verträgt, kommt der Rest auf einen großen Haufen in der Nähe, wo er kleinen Tieren als Winterquartier dient.

Und ja: Wir haben so viel Laub, dass es für alle drei Aktionen reicht. Mit 13 Birken auf 1.000 qm Fläche ist nicht zu spaßen!

2. Bäume pflegen
Und da dachten wir schon, wir könnten die Pinsel für dieses Jahr zur Seite legen – jetzt, da sämtliche Wände im Haus einen neuen Anstrich bekommen haben. Stattdessen bleibt das Thema „streichen“ hochaktuell. Nur ist diesmal nicht die Hütte die Empfängerin eines neuen Anstrichs. Nein, jetzt im Spätherbst sind die Obstbäume an der Reihe.
Der Baumanstrich schützt den Baum auf vielfältige Weise: vor Frostschäden, vor Schädlingen und vor anderem Ungemach, das einem Baum zustoßen kann. Auf der Nutzen-Seite steigert er die Fruchtbarkeit und heilt Wunden in der Rinde.

Den Gang in den Baumarkt kann man sich übrigens sparen. Baumanstrich kann man ganz einfach selbst herstellen, wenn man die folgenden Zutaten zur Hand hat:

• Wasser
• Lehm
• Tapetenkleister
• Kuhfladen
• Holzasche, Steinmehl
• Schachtelhalmbrühe

Man benötigt nicht alle Zutaten und darf ruhig auch mit den Mischverhältnissen experimentieren. Wir haben noch Asche in der Feuerstelle, Schachtelhalm im Gewürzregal und Tapetenkleister in der Werkstatt. Zusammen mit den Pferdeäpfeln vom Reiterhof gegenüber muss das für den Anstrich genügen.

 

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Melancholie am Wasser

3. Für die dagebliebenen Tiere sorgen
Noch immer ziert ein großer Haufen Bauabfall den Platz vor unserem Schlafzimmerfenster. Erst hatten wir wichtigeres zu tun, dann mussten wir uns von den Umbaumaßnahmen erholen – und dann war es eigentlich zu spät, um den Haufen noch zu entfernen. Mittlerweile dient er wahrscheinlich ziemlich vielen Klein- und Kleinstlebewesen als Winterquartier.
Tieren ist es nicht allzu wichtig, ob das Insektenhotel aus zertifiziertem Bio-Holz ist. Sie suchen ein Dach über dem Kopf, unter dem sie sicher überwintern können. So gesehen hat unsere Schutthalde einen gewissen ökologischen Nutzwert und darf nun guten Gewissens bis zum Frühjahr bleiben.

Ein Stockwerk darüber, im großen Kirschbaum, geht es noch ziemlich lebendig zu. Vogelfütterung ist ein kontroverses Thema. In unserem Garten und dem Naturschutzgebiet drumherum sollte es eigentlich genug Futter geben. Aber nachdem es in der Stadt auch Vögel gibt, die etwas mehr darauf angewiesen ist und das Herstellen von Meisenknödeln großen Spaß macht, kommen die Gartenvögel auch in den Genuss.

Man nehme:
Rindertalg oder Kokosfett, Sonnenblumenkerne, Haferflocken & Co. sowie Förmchen zum Gießen. Erlaubt ist was gefällt: eine alte Tasse, ein leerer Blumentopf….

Fett erhitzen, im Verhältnis 1:1 mit den Samen mischen, abkühlen lassen. Fertig!

Alte Tassen als Vogelfutterbehälter haben den Vorteil, dass man sie am Griff einfach an einen Ast hängen kann.

4. Barbarazweige schneiden

Am 4. Dezember ist Barbaratag. An diesem Tag ist es Brauch, einen Kirschzweig zu schneiden und ins Wasser zu stellen. Blüht er zu Weihnachten, ist Fortuna uns im nächsten Jahr hold.

Glück gehabt! Wir haben zwei eigene Kirschbäume im Garten und in der Ecke mit der Feuerschale wächst ein dritter vom Nachbargrundstück zu uns herüber. Die Sache mit der Herkunft des Kirschzweiges ist also geritzt.
Bleibt die Frage: Kann man dem Glück auf die Sprünge helfen und den Blüten ein bisschen Unterstützung bieten?

Ja, das geht, sagt die Trickkiste, die sich Internet nennt.
Kirschzweige brauchen einige Tage Frost, damit sie das Gefühl haben, dass der Winter hinter ihnen liegt. Klimaerwärmung sei Dank, kann das bis zum 4. Dezember schon mal schwierig werden. Auch in diesem Jahr stehen die Chancen schlecht. Die letzte Novemberwoche läuft und es ist noch immer kein Frost in Sicht.

Was hilft? Einige Tage in der Tiefkühltruhe sollten den Kirschzweigen einen Motivationsschub verpassen. Am besten schlägt man sie danach in Zeitungspapier ein und legt sie eine weitere Nacht in die lauwarme Badewanne. Damit sollte der Kirschblüte zum Weihnachtsfest eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Gärtnerinnen unter sich

Kännchen statt Gießkanne

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Noch ist der Tisch leer. Aber das soll sich schnell ändern…

Was tut die (noch recht frischgebackene) Gartenbloggerin in der kühlen Jahreszeit? Treibt sie sich auf abgelegenen Weihnachtsmärkten herum? Plant sie bereits die Arbeiten für die nächste Gartensaison? Trifft sie sich am Ende gar mit Gleichgesinnten, um sich über einer Tasse extra-starken Kaffees der Fachsimpelei hinzugeben?

Ist doch toll, wenn man sich bei dieser breiten Auswahl nicht entscheiden muss, sondern einfach alle Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. Und schon sitze ich in der S-Bahn nach Dahlem und bin auf dem Weg zum 1. Gartenstammtisch Berlin-Brandenburg, zu dem Xenia vom Blog Berlingarten eingeladen hat.

Was mich erwartet, weiß ich nicht. Ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Immerhin muss ich gestehen, dass mein Garten in diesem Jahr eher zufällig die ein- oder andere Obst- und Gemüseernte abgeworfen hat. Gießen musste ich gar nicht und dass ich etwas zum (ver-) graben hatten, ist nur unseren Nachbarn zu verdanken, die uns einen Teil Ihrer Staudenknollen über den Gartenzaun gereicht haben. Unser Fokus in der Gartensaison 2017 lag ganz solide auf dem „Renovieren“.

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Weihnachtskitsch für Anspruchsvolle: Wer Dekoobjekte liebt, ist in Dahlem definitiv richtig

In der Königlichen Gartenakademie Dahlem kann man nicht nur gemütlich zusammensitzen, es weihnachtet auch schon sehr – und das im November! Außerdem öffnet das Zusammensitzen mit Gleichgesinnten die Augen und das Herz. Das Blogportfolio erweitert es noch dazu:

Da wäre zum Beispiel Renates Ikebana-Blog, Steffis Blog Frau Pratolina, der neben Gartentipps auch Genähtes und Gebackenes zu bieten hat und natürlich der Hauptstadtgarten-Blog von Caro, der – wenn ich mich recht erinnere – der erste Gartenblog war, den ich mir einst ergooogelt habe.

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Kaufen macht glücklich! Gilt auch für Blumenzwiebeln.

Anregungen für die kommende Saison gibt es natürlich auch. Im kommenden Jahr wird das „Graben“ definitiv wieder einen höheren Stellenwert einnehmen, soviel ist klar. Wer könnte diesen prall gefüllten Papiertüten voll Gartenglück widerstehen? Ich konnte es jedenfalls nicht. 2018 kann kommen! Und der nächste Gartenstammtisch bitte auch! Gern dann auch reihum in den jeweiligen Gärten. Am Besten lernt man schließlich immer noch beim „über-die-Schulter-gucken“ – und nicht am Kaffeetisch.

 

 

Neue Wege in den Garten

Die Küchentür ist da!

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Auf der Suche nach dem passenden Stöckchen…

„Wer es nicht im Kopf hat, der hat es in den Beinen!“ pflegte meine liebe Oma immer zu sagen. Wie wahr dieser Satz ist, merkt man schnell, wenn die Tür des Hauses auf der einen Seite liegt und die Werkstatt auf der anderen. Wie oft sind wir doch im vergangenen Jahr mit gerunzelter Stirn ums Haus gelaufen, weil wir einen Schraubenschlüssel vergessen hatten, der Bohrer eine Nummer zu groß war oder der Fahrradschlüssel doch im Wohnzimmer lag und nicht im Schloss steckte.

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Bis demnächst im Wohnzimmer, liebes Fenster!

Schnell stand unter dem Fenster eine kleine Leiter, die zwar das Grundproblem einigermaßen löste, aber eine extrem wackelige Angelegenheit war – zum Beispiel, wenn man Sie mit dem Glaskrug des Standmixers in der Hand herunterkletterte, um die Bienen mit Zuckerwasser zu füttern.

Die Idee, das Küchenfenster auszubauen und an seiner Stelle eine Tür einzusetzen, zählte zu den zentralen Plänen der Umbauaktion. Mit dem gestrigen Tag sind damit praktisch alle Punkte auf unserer Liste abgearbeitet. Nur der Fußboden in der Küche fehlt noch.

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Wer hätte gedacht, dass Türen glücklich machen können?

Leider haben wir uns nicht ganz an die Liste gehalten und so kommt morgen eine Lieferung neuer Fliesen, im Wintergarten wartet eine neue Küchenzeile darauf, endlich eingebaut zu werden und vor lauter Arbeit hätten wir fast vergessen, den Sommer zu genießen, der mittlerweile längst vorbei ist.

Aber wir sind gestern mit strahlenden Gesichtern nach Hause gefahren, als die Tür endlich dort war, wo sie hingehört. Die Aktion hat sich wirklich gelohnt und der nächste Sommer kommt bestimmt. Ab sofort mit weniger Fußweg!

 

Vom Garten zum Bienengarten

Ein Bienenvolk zieht um

 

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Allein auf weiter Flur

Als ich vor vielen Jahren nach Berlin kam, umfasste mein Hab und Gut auch 5 Terrarien mit Vogelspinnen. „Auf gar keinen Fall nehmen wir die im Umzugswagen mit!“ rief der kleine Trupp Umzugshelfer wie aus einem Mund. „Nicht dass noch eine ausbüxt und hinten auf der Ladefläche herumkrabbelt.“ Und so kam es, wie es kommen musste: Ich fuhr den ganzen Weg von Mannheim bis Berlin allein im Auto hinter dem Umzugswagen her. Nur die Vogelspinnen leisteteten mir ihre stumme Gesellschaft.

Rund 13 Jahre später fand ich mich in dieser Woche zum zweiten Mal in diesem Leben mit wehrhaften Tieren auf dem Rücksitz auf der Autobahn wieder. Während ein Terrarium nicht so einfach aufgehen kann, sollte man für den Umzug der Bienenbeute den ein oder anderen Spanngurt zur Hand haben. Und natürlich Schaumstoff und Klebeband, um das Flugloch während der Fahrt zu verrammeln…

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Der Umzugswagen ist da!

Jetzt im Herbst haben die Bienen alle Hände voll zu tun, um sich für den Winter fit zu machen. Nur ein starkes Volk mit reichlich Vorrat kommt gut durch die kalte Jahreszeit. An beiden Punkten haben meine Damen noch zu arbeiten. Aber hier am Gorinsee sieht man selten Bienen. Die Konkurrenz an der Blüte dürfte also nicht übermäßig groß sein. Und den Trog mit dem Zuckerwasser in der Arbeitszarge haben sie auch sofort entdeckt und das klebrige Zeug abtransportiert. Wir werden sehen, wie sich die Lage im Sock bis zum Wochenende entwickelt hat. Dann wird nämlich zum ersten Mal nachgeguckt.

Honig liefert ein Jungvolk wie dieses im ersten Jahr eher selten. Dafür bringt die Arbeit mit Bienen automatisch Kontakt zu anderen Imkern mit sich, denen man ein Glas abkaufen kann. Zum Beispiel, um daraus Bärwurz-Birnhonig zu machen, nach dem Rezept von Hildegard von Bingen. Dazu braucht man:

  • ein Kilo Birnen,
  • sechs Esslöffel Honig
  • 25 g Bärwurz
  • 20 g Galgantwurzel
  • 15 g Süßholzwurzel
  • 10 g Bohnenkraut

Birnen halbieren, Kerngehäuse entfernen und weichkochen. Wasser abgießen und Birnen pürieren. Nacheinander Honig und Kräuter dazugeben. In Gläser abfüllen. Fertig.

 

Gelöffelt wird der Bärwurz-Birnhonig nüchtern am Morgen, nach dem Mittagessen und vor dem Zubettgehen: Erst einen, dann zwei und am Abend schließlich drei Teelöffel. Er hilft bei der Entgiftung des Körpers, unterstützt die Darmsanierung und stärkt die Abwehrkräfte.

 

 

 

 

 

 

 

Learning by doing

Ein grüner Daumen ist nur die halbe Miete

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Der Anblick lässt hoffen!

Na, das sieht ja vielversprechend aus! Die Brombeeren in unserem Garten trotzen der Regel „In einem Jahr hui, im nächsten pfui!“ und drohen im zweiten Jahr in Folge mit einer reichen Ernte. Während man mit einigen Pflanzen offensichtlich nichts falsch machen kann, widerstehen andere dem grünen Daumen. Warum zum Beispiel wachsen bei mir keine Paprika? Dabei ess ich die doch so gerne!
Zumindest hat der Berliner Jahrhundertregen keine sichtbaren Schäden an Haus und Garten hinterlassen und nach den 300 Litern, die pro Quadratmeter niedergegangen sein sollen, ist vorläufig auch erst mal ausreichend gegossen. Man kann sich also anderen Dingen widmen.

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Frühsommerblütenpracht

Da wäre zum Beispiel das Jäten der Beete. Mein Hirn hatte in den letzten Monaten anscheinend einen Aussetzer, als es ums Thema Mulchen ging. Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und die Tomatenpflanzen gucken nur noch mit den obersten Blättern aus dem sie umgebenden Dickicht. Ein klarer Fall fürs kommende Wochenende.

Ansonsten herrscht immer noch das Prinzip „Trial and Error“. Oft genug geht ein neugieriges „Was wächst denn da?“ nahtlos über in „Oups! Jetzt wächst es auf einmal überall!“ Giersch und Goldrute sind gute Beispiele dafür.

Und habe ich nicht gerade noch geschrieben, dass unser Frosch so kamerascheu ist? Das Problem hat der offensichtlich überwunden. Er war sogar so phlegmatisch, dass ich zurück zum Auto gehen und mich in aller Ruhe mit dem Handy am Ufer platzieren konnte. Knips!

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Was für ein gemütliches Seerosenblatt!

 

Im Zeichen des Frosches

Von Menschen, Hunden und Amphibien

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Was guckst du?

Aufmerksame Leser dieses Blogs haben sich vielleicht schon gefragt, woher der Name „Frosch im Gartenteich“ kommt. Die Auflösung des Rätsels ist nicht sonderlich kompliziert: Ja, wir haben einen kleinen Teich im Garten. Was dem kleinen Bewohner an der tiefergelegten Plastikwanne gefällt, lässt viel Raum für Spekulationen. Aber: Zwei Jahre in Folge macht es nun schon „Platsch!“, wenn man seinem Refugium mit der blühenden Seerosenpflanze zu nah kommt. Und, Nein: Es ist uns noch nicht gelungen, ein Foto zu schießen, das den Frosch im Gartenteich auch nur schemenhaft erahnen lässt.

Dafür waren die Amphibien am Krugpfuhl anlässlich des Langen Tags der Stadtnatur 2017 vergleichsweise unmotiviert in ihren Fluchtbemühungen. Und so gibt es auf diesem Blog nun erstmals Froschfotos . Voilà!

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Die Benutzungsanleitung der Amphibienreuse hat der Frosch sicher falsch verstanden. Eigentlich sollte er reinschwimmen und sich darin fangen lassen.

Apropos Langer Tag der Stadtnatur: Auch in diesem Jahr haben sich die 26 Stunden wieder richtig gelohnt. Wir haben uns wie schon im vergangenen Jahr auf Veranstaltungen konzentriert, die zwischen Stadtwohnung und Sommerhaus liegen. So erweitern wir ganz nebenbei unsere Ortskenntnisse im Norden Berlins und lernen dabei noch die ein oder andere liebe Garten- und Naturseeele kennen.

So wie in diesem Jahr die Kräutergärtnerin Annegret Ebel, die in ihrem Hexengarten in Französisch-Buchholz den Begriff „Kleingarten“ ad absurdum führt. Wer gerade nach einer originellen Idee für den nächsten Kindergeburtstag sucht, wird vielleicht bei ihr fündig. Die Homepage heißt Marmelädchen

Als wir am Ende eines schönen Wochenendes den Abend beim Sonnenuntergang am Gorinsee ausklingen lassen wollten, liefen uns übrigens gleich noch mal Frösche über den Weg: winzigkleine, die gerade ihren ersten Landgang absolvierten. Hoffentlich haben sie die Pfoten der spielenden Hunde am Ufer gut überlebt. Leider war die Handykamera am See nicht dabei. Deshalb zum Abschluss noch ein Bild aus dem eigenen Garten zum gleichen Thema: Leben und Überleben.

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Wie diese Geschichte wohl ausgeht?

 

Jäten macht hungrig

Mittagessen frisch vom Grill

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Grillen und rückwärts einparken: Es gibt Disziplinen, in denen Männer einfach bessser sind

 

Ist es der Urmensch in uns, für den Feuer und Fleisch genauso untrennbar zusammen gehören, wie Tequila und Salz? Ist es die Tatsache, dass nach mehreren Stunden des Jätens im Gemüsefeld der Magen knurrt? Oder liegt es daran, dass frisch vom Grill einfach alles super-lecker schmeckt?

Letzteres gilt natürlich ganz besonders dann, wenn ein echter Profi am Rost steht, der sogar sein eigenes, selbstgemachtes Ghee dabei hat, damit der grüne Spargel nicht auf einen saftigen Anstrich verzichten muss. Was zum perfekten Genuss unbedingt dazu gehört: Wildkräutersalat frisch von der Wiese. Auf unserem Gelände wachsen Giersch, Löwenzahn, Taubnesseln, Gänseblümchen und Gundermann in solchen Mengen, dass man durchaus auch eine Großfamilie satt bekommen kann.

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Irgendwann sind auch die letzte Salatschüssel und die letzte Wasserflasche leer….

Und sonst so? In einem Garten gibt es immer etwas zu tun. Keine sonderlich neue Erkenntnis aber eine äußerst verlässliche…

Sämtliche Pflaumenbäume hatten Blattläuse, was sich mit einer Lauge aus Kernseife in einer Sprühflasche innerhalb von einer Woche in den Griff bekommen ließ. Der Pfisichbaum hat vermutlich die Kräuselkrankheit, die durch einen Pilz verursacht wird und so spät im Gartenjahr nicht mehr kurierbar ist. Da müssen wir nächstes Jahr im Januar ran. Und: Im Gemüsebeet wächst nicht nur das, was wir dort angepflanzt haben, sondern praktisch alles von der Distel bis zum Wildstiefmütterchen. Da mussten wir noch vor der Erdbeerernte ran, weil die grüne Hölle ansonsten die Erdbeerpflanzen verschluckt hätte.

Natürlich ist der Berliner Winter auch in diesem Jahr mal wieder fast nahtlos in den Hochsommer übergegangen. Bei Temperaturen um 30°C freuen sich Beete, Bäume und Wiese über jeden kühlen Tropfen aus dem Wasserschlauch. Für den Notfall oder die schnelle Erfrischung zwischendurch ist die Dusche aus dem Schlauch auch für den Menschen geeignet. Aber wenn man schon die Wahl hat, bevorzugen wir am Ende des Tages dann doch den See.

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Sonnenuntergang am Gorinsee: Wird einfach nicht alt…

Die Schlacht vom Gorinsee

Hornissen gegen Wespen

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Hornissen mögen auch Rhododendron

Bleiben wir doch gleich beim Thema „staatenbildende Insekten“…

Im vergangenen Jahr haben wir uns wochenlang gefragt, warum es in den Birken vor unseren Wirtschaftsgebäuden so laut und tief brummt. Aber man kennt es ja: Der Kopf ist woanders – Wo war noch mal die Gartenschere? –  und drei Schritte später hat man bereits vergessen, dass man sich gerade noch gewundert hat.

Dann kam ein Tag im Herbst. Es gab nichts mehr zu ernten. Die Erdbeeren fürs neue Jahr waren gepflanzt, die Gründüngung sorgte für letzte Blüten auf dem Beet und der Blick schweifte nach oben, um den Graugänsen beim Flug in den Süden hinterherzugucken. Und plötzlich waren sie da. Die grüne Ranke, die die beiden Birken fest umschlungen hatte trug große Blütendolden. Und dazwischen schwirrten riesige Hornissen hin und her und ließen sich die herbstliche Mahlzeit schmecken.

„Habt ihr die nicht bemerkt?“ fragte die Nachbarin, „Die haben ihr Nest bei euch im Baum. Mich hat sogar eine gestochen!“ Nein hatten wir nicht. Aber jetzt standen wir eine halbe Stunde lang da und konnten von diesem Anblick nicht genug bekommen.

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Kaum zu glauben, dass unter den beiden stattlichen „Büschen“ Birken stecken. Wenn das Foto hochkant wäre, könnte man sehen, dass die Bäume oben noch gut 5 Meter rausgucken…

Neues Jahr, neues Glück. Die Hornissen sind wieder da. Wie sich herausstellt waren die Blütendolden vom Herbst kein einmaliger, vegetarischer Ausrutscher. Im Jahr 2017 geben sie sich allerdings nicht mehr mit Schlingpflanzen an Birken zufrieden. Diesmal darf es schon der weiße Rhododendron sein.

Und noch etwas ist neu: In diesem Frühling gucken sie auch regelmäßig auf unserer Veranda vorbei.

Denn dort versucht sich gerade die Lieblingsbeute der Hornisse einzunisten: die Wespe. Wie soll man in Ruhe auf dem Sofa dösen, wenn über einem die Schlacht vom Gorinsee tobt? Lautes Summen in zwei Tonlagen hält selbst den bauustellenlärm-gehärteten Großstädter zuverlässig vom Mittagsschläfchen ab. Bleibt die Frage: Wer wird gewinnen? „Wer Hornissen hat, hat keine Wespen“ heißt es. Die nächsten Tage werden zeigen, ob das stimmt. Fakt ist: Die Hornissen kämpfen sich in das Wespennest vor.

Der Termin mit dem Fachmann, der Wespennester versetzt oder entfernt ist erst mal verschoben. Lassen wir der Natur ihren Lauf. Bis die Sache geklärt ist, üben wir uns in Geduld und meiden das Schlachtfeld.  Zum Glück spielt endlich auch das Wetter mit. Im Zweifelsfall tuts da auch die Hängematte am Kirschbaum…

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Mit E-Book-Reader und fränkischem Bier in der Hängematte – Wer braucht da eine Veranda?

 

 

Bienen, Bienen, Bienen!

Auf dem Weg zum Hobby-Imker

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Gewimmel auf der Wabe

Wenn man einen eigenen Garten hat, entwickelt man Interessen, die man früher nicht für möglich gehalten hätte. Den Anfang machte bei uns der Wurmkomposter, der sich mittlerweile zu einer Selbstverständlichkeit in unserer Küche entwickelt hat. Auf der Suche nach weiteren Nützlingen, die das Gartenleben erleichtern und bereichern, kommt man natürlich an der Honigbiene schwer vorbei.

Während das Halten von Kompostwürmern ein relativ einfaches und idiotensicheres Vergnügen ist – Komposter aufstellen, Gebrauchsanweisung lesen, mit Würmern bestücken, füttern und warten bis man die Erde ernten kann – ist das Halten von Bienen doch ein ganzes Stück komplexer. Auf keinen Fall sollte man das Thema spontan angehen und sich ein Bienenvolk per Online-Bestellung zuschicken lassen, obwohl dies laut Wikipedia-Eintrag sogar möglich sein soll: Lebende Bienen zählen zu den wenigen Ausnahmen in den Beförderungsbedingungen der Deutschen Post und dürfen im Gegensatz zu anderen lebenden Tieren „problemlos“ versandt werden. Warum das „problemlos“ in Anführungszeichen steht, darf sich jeder selbst denken.

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Auf Imkerlehrgang im Bienenlehrgarten

Imker gibt es in Berlin nicht zu knapp. Fast jeder Stadtteil hat seinen eigenen Imkerverein. Ich habe mich für einen mehrmonatigen Lehrgang im Bienengarten entschieden. Das Besondere daran: Jedes Mitglied unserer Gruppe bekommt schon bald einen eigenen Ableger, den er oder sie dann während des gesamten Kurses betreut und am Ende käuflich erwerben kann. Imkern ist nämlich nicht gerade ein günstiges Hobby. Da sollte man schon ganz genau wissen, ob es einem liegt und ob es sich überhaupt ins Leben integrieren lässt. In diesem Sinne: Ran an die Biene.

Bevor ich mich gestern versehen hatte, stand ich ohne Schutzanzug vor einer offenen Beute – so heißt der Bienstock im Imkerjargon. Fasziniert betrachtete ich das Innenleben, während mir aufgescheuchte Bienen um den Kopf summten. Gestochen hat übrigens keine. Die Mädels sind wirklich ein friedfertiges Völkchen, selbst wenn man gerade ihre Kinderstube in der Hand hält, um die Entwicklung der Larven zu begutachten.

In den nächsten Monaten sind meine Samstage also zweigeteilt: Mittags gehts raus in den Bienengarten und erst dann weiter in unser Refugium am Gorinsee. Vielleicht haben wir ja schon im kommenden Jahr unsere eigene Beute im Garten stehen.

 

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Den Hintern hochkriegen: Gilt auch für Bienen

Auch im nächste Jahr gibt es sicher wieder Probeimker-Kurse im Bienengarten Berlin:

www.bienengarten-berlin.de

Von der Fensterbank ins Beet

Wenn das Arbeitszimmer zur Aufzuchtstation wird

 

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Paprikapflanzen im Kindergarten

Wer eine reiche Ernte einfahren will, muss im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal ackern. Wenn man das Beet sich selbst überlässt, wächst nämlich so einiges, nicht aber die Gemüsesorten, die man später auf dem Teller haben möchte. Packen wir es also an. Unsere erste Gartensaison steht unter dem Motto „Trial and Error“.

Schief gehen kann nämlich so einiges:

Sollte man es in Berlin jetzt schon wagen, zarte Pflanzenkinder ins Freilandbeet zu setzen? Probieren wir es aus. Wann waren nochmal die Eisheiligen? Mamertus, der erste der fünf Tage, liegt 2017 auf dem 11. Mai. Ach was, wird schon gut gehen…

Erwartungsgemäß ist die Skizze mit der letztjährigen Beetbelegung im Lauf der Wintermonate verschwunden. Das wars dann mit der strategischen Gartenplanung für dieses Jahr. Dürfen Tomaten auf Bohnen folgen? Nächstes Jahr sind wir auch in diesem Punkt schlauer.

 

Was die Entscheidung deutlich vereinfacht, ist die Tatsache, dass wir einen schier unerschöpflichen Vorrat an Jungpflanzen und Keimlingen haben. Natürlich kann man sich auch beetreife Pflanzen oder Samentütchen aus dem Gartenmarkt besorgen. Aber wie sich herausstellt, ist der Wurmkomposter eine optimale Brutstätte für Gemüsesamen, die mit den Küchenabfällen dort hineinwandern. Man muss sie nur noch aus dem halbfertigen Kompost ziehen, in eine Kulturschale umquartieren und ihnen beim Wachsen zuschauen. Die Paprika-Pflänzchen oben im Bild sind noch etwas klein und verbringen noch ein paar Wochen auf der Fensterbank neben dem Schreibtisch. Sicherheitshalber bis nach den Eisheiligen.

Wie das Experiment mit den bereits ausquartierten Tomaten- und Kürbispflänzchen ausgehen wird, zeigt sich in den nächsten Tagen. Es bleibt spannend!

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Immergrün und manchmal violett