Sommerhaus zwischen Corona und Bauarbeiten

Merkwürdige Zeiten im Jahr 2020

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Die Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum) übernimmt bis auf weiteres den Garten.

3 – 2 – 1…. Frühling! In der kommenden Woche soll es endlich dauerhaft über 10 Grad warm werden. Das heißt: Unser kleines Haus wird langsam bewohnbar. Viel länger hätte es nicht dauern dürfen und das hat zwei konkrete Gründe:

1. Die Bauarbeiten im Haus unserer Stadtwohnung erreichen demnächst das Stockwerk über uns. Was bislang ein verschlafener, leerstehender Dachboden war, wird dann eine laute Baustelle.

2. Die Ereignisse rund um den weltweiten Ausbruch des Corona-Virus COVID-19 überschlagen sich. Unser ganzes Leben spielt sich momentan in den eigenen 4 Wänden ab. Wenn dort allerdings Baustelle ist, hat man insbesondere arbeitstechnisch Pech gehabt. Und so rettet uns unser kleines Haus am See in den kommenden Wochen zumindest die Nerven.

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Nachdem der Nachbar seine Bäume gestützt hat, haben wir einen guten Blick aufs Feld nebenan. Dort macht sich bereits die erste Getreideernte startklar.

Etwas schlauer sind wir auch wieder geworden: Die Imkerei gilt als systemrelevant und die Bienen dürften auch dann versorgt werden, wenn es zu einer Ausgangssperre käme. Dazu eine Stellungnahme des Deutschen Imkerbundes.

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Wo gehts zur Rapswiese?

Eines der Bienenvölker hat in den langen Wintermonaten Federn gelassen. Viel mehr Bienen als auf dem Foto sind nicht mehr übrig. Wir zählen die Tage bis der Nektar endlich in Strömen fließt und feuern das schwache Volk an: „Jetzt habt ihr es durch den langen Berliner Winter geschafft, haltet noch ein paar Tage länger durch!“

Ebenfalls nur noch ein paar Tage dauert es, bis Timurs Buch zu kaufen ist. Wahrscheinlich ist es gar schon erhältlich, wenn du dies liest. Wer sich ein Exemplar sichern will, kann das zum Beispiel direkt über den Verlag tun. Die Buchhandlung an der Ecke hat ja – Corona sei geschimpft! – momentan leider geschlossen. Dafür hat man umso mehr Zeit, mal wieder ein Buch zu lesen.

Damien Wynne und Ernst Timur Diehn: Entdecke den Himmel auf Erden

So weit ist es gar nicht bis in den Himmel…. Wie jedes Buch mit Eso-Inhalt, das etwas auf sich hält, ist auch Timurs Buch strikt in Rosa/Lila/Blau gehalten.

Wir haben uns vermehrt!

Mehr Menschen und mehr Bienen

Beuten

Insgesamt 4 Völker sind in diesem Jahr in die Winterpause gegangen. Der große Turm rechts sind nur Beutenteile.

Zwei Hände schaffen viel, vier Hände schaffen mehr, ein ganzes Dutzend oder mehr Hände schaffen jede Menge – und das an allen Ecken und Enden. Im Frühjahr 2019 haben wir einen Schlüsselmacher gefunden, der unseren Torschlüssel nachmachen konnte. Nach zuverlässigen Menschen, die unser Grundstück teilen wollten, brauchten wir nicht lange suchen. Und es erweist sich als echter Segen, wenn das Feuer schon brennt, wenn man aufs Gelände kommt und die Bäume im Frühjahr von kundiger Hand beschnitten werden. Wie man sieht haben sich auch die Bienen stark vermehrt und haben ein gemeinsames Domizil hinter dem Haus bezogen.

Arbeitstechnisch ging auch einiges voran. Die kleine Veranda vor der Küchentür wurde mit vereinten Kräften Mosaik-gefliest. Und die große Metallketten-Schaukel hat jetzt ein Polster bekommen. Das war mal eine Schaumstoffmatratze, die auf der Straße entsorgt und von uns gefunden wurde. In drei Teile zersägt und von der Schneiderin mit einem schicken Bezug versehen, ist es dort jetzt so richtig gemütlich. Das meint auch der Hausherr…

Schaukel

Dösen!

Fehlt eigentlich nur noch der nächste Frühling, damit der Garten wieder aus dem Winterschlaf erwacht. Wir können es jetzt schon kaum erwarten!

Blog-Faulheit

Wenigstens ein Sammel-Update

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Solange die Sonne scheint, blüht es im Garten. Beweisfoto vom 4.November.

Rose gefällig, lieber Leser? Schön, dass du diesem Blog die Treue gehalten hast, obwohl hier seit Monaten nichts los war. Damit hast du dir die letzte Herbstrose aus dem November redlich verdient.

Was war los bei uns? Wir haben uns größtenteils locker gemacht. Nach einer langen, arbeitsintensiven Saison im Vorjahr war bei uns ein bisschen der Ofen aus. Im Sommer 2018 standen daher die Sonnenliegen im Mittelpunkt und im Werkzeugschuppen kehrte Ruhe ein.

Komplett? Nein, das wäre auch wieder gelogen.
Die Küchentür bekam eine kleine Veranda, die mittlerweile sogar ausgegossen und mit einem Dach versehen ist.

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Es muss nicht immer alles eckig sein…

Und natürlich gab es auch einiges zu ernten, zum Beispiel der Klassiker Holunderbeeren. Die Beeren liefern uns einen bitteren Saft, den der Kombucha im Winter zur Zweitfermentation vorgesetzt bekommt. Allerdings sollte man aufpassen, wie man den Saft lagert, damit nicht etwa eine Flasche explodiert und der Küche einen neuen Look verpasst. Aber das ist eine andere Geschichte… 😉

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Ein ganzer Eimer Holunderbeeren.

Schöne Erinnerungen an sonnige Tage kann man ja momentan nicht genug haben. Zum Glück war das Jahr 2018 damit äußerst freigiebig. Die warme Jahreszeit dauerte buchstäblich von Mitte März bis tief in den Oktober. Und während wir jetzt in der Stadt in unserer warmen Wohnung sitzen, sind schon gespannt, was das Jahr 2019 für uns bereithält.

Die ersten Pläne gibt es auch schon:

  • die kleine Veranda vor der Küchentür und ihr Dach wollen fertiggestellt werden
  • der Wintergarten auf der anderen Seite bekommt einen bunten Fliesenboden
  • das Bienenvolk, das in diesem Jahr auf seinem eigenen Honig überwintern darf, kommt hoffentlich stark aus dem Winter und wird geteilt
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Mein Bienenvolk ist nicht gerade das friedlichste. Dafür ist es zäh und robust.

Na dann kann der Frühling ja kommen. Eine neue  Beute für den Ableger steht schon bereit.

Nachwuchs steht ins Haus

Ein Hornissennest im Gartenschuppen

Hornisse

Ja wer baut denn da?

Toll, dachte sich der Mensch: Baue ich mir einen kleinen Schuppen für die Gartengeräte. So habe ich sie schnell zur Hand, muss sie nicht so weit zum Gemüsebeet tragen und wettergeschützt sind sie auch noch. Toll, dachte sich die Hornissenkönigin: Trockenes Holz, eine Tür, die meistens offen steht und wenige Besucher, die mir das Leben schwer machen. Und schon haben wir den Salat: Der Schuppen wird zur Kinderstube von Vespa Crabro.

Wer hätte geahnt, dass sich der Hautflügler-Kurs so schnell bezahlt macht? Letztes Jahr um diese Zeit wären wir beim Anblick der nestbauenden Hornissenkönigin noch rückwärts aus dem Schuppen gekippt. Jetzt rattert im Kopf eine automatische Checkliste los: Mit dem Imkeranzug kann ich problemlos alles wichtige aus der Hütte räumen. Der Fußboden muss mit Plastikfolie ausgelegt und im Optimalfall noch mit einem Katzenklo verstärkt werden, damit das Holz das Gastspiel auch gut überlebt. Schnell sollte es auch noch gehen. Noch ist die Königin alleine. Aber das wird nicht lange so bleiben.

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Dieses Foto war schon einmal auf diesem Blog zu sehen. Noch ist mein Repertoire an Hornissen-Fotos begrenzt. Aber das wird sich wohl in den nächsten Wochen ändern…

Hornissen sind eigentlich friedliche Zeitgenossen, wenn man ihnen nicht zu sehr auf die Pelle rückt. Genau genommen ist es sogar ziemlich schwierig, von einer Hornisse überrascht zu werden. Das Summen beim Fliegen entspricht nämlich ihrer Größe und klingt, als ob ein kleines Flugzeug geflogen käme. Wer heftige Bewegungen in ihrer Anwesenheit vermeidet und ihr Nest nicht erschüttert, hat nichts zu befürchten. Wenn die Hornisse dem Menschen aus dem Weg fliegen kann, dann tut sie das auch.

Wie es mit dem Nest jetzt weitergeht? Wenn alles rund läuft, schlüpfen Anfang Juli die ersten Arbeiterinnen. Im September ist die Belegschaft auf rund 500 Tiere angewachsen und der filigrane Bau aus zerkautem Holz einen halben Meter lang. Und dann geht es auch schon wieder bergab.

Die letzten Arbeiterinnen geben ungefähr im November den Löffel ab. Danach gehört unsere Hütte wieder ganz uns. Oder auch nicht. Hornissen siedeln nämlich mit Vorliebe dort, wo ein Nestbau schon einmal erfolgreich war. Vielleicht sind sie ja im kommenden Jahr zu dieser Zeit direkt wieder da….

Pflanzen und Jäten

Giersch zum Sattessen und ein Mayabeet

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Es grünt so grün

„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“ lautet die erste Zeile eines alten Frühlingsgedichtes von Emanuel Geibel. Man möchte hinzufügen: „Nicht nur die Bäume!“. Wenn die Natur erwacht, dann macht sie keine halben Sachen.

Neben den Bäumen schlagen auch die Wildkräuter im Garten aus, wie es ihnen beliebt. Den Mücken am Gorinsee sagt der Sommer im Frühling ebenfalls zu. Nur das Gemüsebeet legt sich nicht von alleine an.

Es muss also schleunigst nachgeholfen werden. Während im letzten Jahr der Fokus stark auf dem Fachbereich „Renovieren“ lag, gibt es in diesem Jahr keine Ausreden mehr.

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Schwester Martina pflanzt die „drei Schwestern“

Wir haben einen sehr bröseligen, sandhaltigen Boden, der einst einem Waldgebiet abgetrotzt wurde. Zum Glück gibt es nebenan einen Reiterhof, der den anliegenden Hobbygärtnern die Hinterlassenschaften der Pferde regelmäßig in einer Schubkarre zur Verfügung stellt. Man muss sie nur abholen. Auch bei den Kompostwürmern in der Küche war endlich Erntezeit und so beginnen unsere Beetpflanzen ihr Gartenleben auf einer Grundlage aus Pferde- und Würmerkacke. Wohl bekomms!

Eine zentrale Rolle soll dabei ein so genanntes Indianer-, Azteken- oder Maya-Beet spielen, eine Mischkultur aus Mais, Bohnen und Kürbis, wahlweise auch Zucchini. Der Mais dient den Bohnen als Rankhilfe. Die Bohnen – Legumiosen, die sie sind – stellen dem Mais Stickstoff aus der Luft im Erdreich zur Verfügung. Die Kürbisgewächse sorgen mit ihren großen Blättern dafür, dass der Boden nicht austrocknet.
Wir sind gespannt!

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Giersch im Balkonkasten. Für den grünen Smoothie unter der Woche, in der wir Stadtmenschen sind.

Während die zarten Pflänzchen aus der Vorzuchtvitrine auf dem Stadtbalkon ihre ersten Erfahrungen als Gartenpflanzen machen, ist der Giersch da schon einen Schritt weiter. Der halbe Garten sieht aus wie eine Giersch-Zuchtstation. Aufessen hilft da nur noch bedingt weiter. Trotzdem ist es den Versuch wert. Zum Beispiel in Suppenform.

Suppenbrühe kann man selbst herstellen, indem man Gemüsereste im Gefrierfach sammelt und auskocht. Damits nicht bei der Brühe bleibt, braucht man außerdem noch:

  • eine Zwiebel
  • einige Knoblauchzehen
  • zwei Handvoll junge Gierschblätter
  • eine Süßkartoffel
  • ein Pächchen Räuchertofu
  • nach belieben weiteres Grünzeug, wie Porree, Kohl oder Mangold aus dem Supermarkt oder Hopfenspargel, Brennesseln oder Gundermann aus dem Blumenbeet
  • Salz, Pfeffer, Pul Biber

 

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…und ein Vordach, unter dem man das Abendessen genießen kann!

 

 

Aprilsommer

Mit Vollgas in die Gartensaison

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Kirschblüte hinter dem Haus

Wie hieß noch einmal die Jahreszeit zwischen Bibber-Temperaturen und Badewetter? Ach ja: Frühling!

Schön, dass die Erinnerung noch nicht allzu schwer fällt. Irritiert ist man dieser Tage trotzdem. Passiert nicht allzu oft, dass die Flipflops schon aus dem Winterquartier zurück sind und die Daunenjacke noch am Kleiderhaken hängt. Der Übergang von Winter zu Sommer ging aber auch schnell. Wie soll man da hinterherkommen? Schließlich hat man ja auch noch anderes zu tun. Während wir in Sachen Hausrenovierung aktiv waren, hat der Giersch still und heimlich den ganzen Garten übernommen. Da hilft auch kein Aufessen mehr. Großflächiges Jäten ist die Aktion der Stunde.

 

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Wimmelbild für Fortgeschrittene: Ja, was wächst denn da?

Zum Glück ist Giersch nicht die einzige Pflanze, die sich vermehrt hat. Noch ist der Bewuchs spärlich, aber es scheint gelungen zu sein, Bärlauch in unserem Garten heimisch zu machen. Die paar Pflänzchen, die ich im vergangenen Jahr aus Versehen samt Zwiebel aus der Erde gepflückt habe und eingepflanzt habe, sind nicht nur zurück, sondern das auch noch in doppelter Mannschaftsstärke. Sogar erste Knospen sind bereits zu sehen. Mindestens 10 Pflänzchen sprießen unter dem Sauerkirschbaum. Bis zum ausgewachsenen Bärlauchfeld ist es zwar noch ein weiter Weg, aber man wird ja wohl hoffen dürfen.

Die Bienenkönigin hat sich bei der Durchsicht des Volkes auch gezeigt. Damit ist klar: Sie hat den Winter überstanden – und mit Futter in der Futtertasche, einer neuen Generation bereits verdeckelter Brut in den Startlöchern und dem Blütenmeer vor der Haustür kann jetzt eigentlich nichts mehr schief gegen. Die erste Bienenüberwinterung ist geglückt.

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Der Mai muss noch kommen, die Bäume schlagen längst aus.

 

Im Zeichen der Hütte

Neuer Stauraum hinter dem Haus

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Das Glück ist mit an Bord: Ein Hufeisen an der Tür gehört zur Grundausstettung der „neuen“ Hütte.

Unser Grundstück erfreut sich einer stattlichen Anzahl kleinerer und größerer Gebäude. Es gibt eine Werkstatt, eine Abstellkammer und einen Carport – der allerdings seit längerer Zeit als Materiallager missbraucht wird. Nur das Gartengerät hatte bislang noch kein eigenes Zuhause. Und so gesellten sich Rechen und Schaufeln zu den Werkzeugen im Schuppen, der Gartenschlauch verkroch sich unter der Wasserbecken-Badewanne neben der Feuerschale und die Blumentöpfe und Mulchsäcke warteten in einer kleinen Wellbleck-Konstruktion am Zaun auf ihren nächsten Einsatz.

Sieht so ein geordnetes Gartenleben aus? Ganz sicher nicht. Ein Gerätehäuschen musste her! Kein Problem – die gibt es schließlich in jedem Baumarkt. Nur: Möchte man so eine Sperrholz-Konstruktion im eigenen Garten haben? Dass die Ästhetik eine vollkommen andere ist, als die der übrigen Gebäude, liegt auf der Hand.

Fast fertig! Das Dach ist jedenfalls schon drauf.

Der Ausweg aus dem Dilemma kommt in Form einer Kleinanzeige daher. Ein „Kleines Gerätehaus“ steht zum Verkauf. Man wird sich handelseinig und schon nimmt eine Aktion ihren Lauf, die auf einen Tag angesetzt war, aber letztendlich zwei Tage dauert. Ohne die tatkräftige Mithilfe der Nachbarn, neuer und alter Freunde und des Verkäufers wäre sie auch gar nicht möglich gewesen. Auch ein gemieteter Kleinlaster, ein geliehener und ein schnell noch gekaufter Akkuschrauber (aus einer weiteren Kleinanzeige) und einige Steinplatten, die zu den Erbstücken auf unserem Grundstück zählen, spielen dabei tragende Rollen. In manchen Fällen sogar wortwörtlich!

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Geduld und Wasserwaagen: Das Fundament ist der wichtigste Teil des Baus.

Lernerfahrungen brachte das Wochenende auch in Hülle und Fülle mit sich. Zum Beispiel diese:

  • Vom Vorbesitzer selbstgebaute Hütten sind häufig aus Massivholz und daher fast immer schwerer, als vergleichbare Konstruktionen aus dem Handel. Mit weniger als drei Personen braucht man gar nicht erst anfangen. Dafür sieht es hinterher nicht so aus, als wäre ein nagelneues Ufo aus unbehandeltem Fichtenholz gelandet. Stattdessen könnte man meinen, die alte Hütte wäre schon immer hinter unserem Haus gestanden. Mit anderen Worten: Sie fügt sich harmonisch ins Gesamtbild ein.
  • Es lohnt sich, von Anfang an in vernünftiges Werkzeug zu investieren. Nette Versuche à la „Der ist so schön klein, der gefällt mir!“ sind wenig zielführend. Wer billig kauft, kauft ebenfalls zweimal. Braucht jemand einen kleinen Akkuschrauber, der in die Hosentasche passt? Wir hätten da einen abzugeben…
  • Kreidemarkierungen vor dem Abbau unterstützen den späteren Wiederaufbau enorm. Durchnummerieren der Bretter nicht vergessen!
  • Bauaktionen dauern immer länger, als man denkt. Freunde, die zum Grillen kommen, und stattdessen mit Bierflaschen in der Hand die letzten Bauabschnitte beobachten müssen, sind zwar eine nette Abwechslung, aber keine große Hilfe.
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Auch aus gartengestalterischer Perspektive ist die neue Hütte ein echter Fortschritt. Sie ersetzt den hinteren Steinhaufen.

Zwischen Winter und Frühling

Bienen, Menschen und ein Pfirsichbaum mit Kräuselkrankheit

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Fast noch geschlossene Eisdecke, aber satte Plusgrade

Sieht man auch nicht alle Tage: Kinder, die barfuß an einem zugefrorenen See spielen. Das Wetter im März 2018 kann sich nicht so ganz entscheiden, was es will. Und so folgt dann auch ein echter Frühlingstag auf eine Durststrecke mit sibirischer Kaltluft.

„Nichts wie raus!“ dachten sich da nicht nur die Kinder, sondern auch das stolze Bienenvolk auf unserem Grundstück. Beim Reinigungsflug werden nicht nur die gefallenen Mitstreiterinnen aus der Beute geschafft. Auch für die Körperpflege der Bienendamen selbst ist endlich mal wieder Zeit. Bienen gehen in der kalten Jahreszeit nämlich nicht aufs Klo, sondern warten auf den ersten Frühlingstag mit Werten über 10 Grad. Nur so überleben sie den Flug und die anschließliche Rückkehr in die Beute. Weil der Tag so schön war, passte auch noch ein Abstecher zu den ersten Blumen mit in den Zeitplan. Die neue Brut braucht Pollen…

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Wer hätte es geahnt: Winterlinge ergeben gelbe Pollenhöschen

Für die Gärtner selbst ist auch schon einiges zu tun, zum Beispiel, den Pfirsichbaum gegen die Kräuselkrankheit zu behandeln. Die Gegend um Berlin ist nicht gerade als natürlicher Lebensraum für Pfirsichbäume bekannt. Das Resultat ist eine Pilzerkrankung, der man normalerweise nur mit der chemischen Keule zu Leibe rücken kann. Weil wir die lieber vermeiden wollen, probieren wir es erst einmal mit vergleichsweise harmloseren Mitteln. Essig und Wasserstoffperoxid ergeben eine Lösung, die man auf die Knospen aufsprühen kann. (zwischen 3 und 5%ig soll die Lösung sein)

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Was für die Behandlung von Menschen geeignet ist, kann hoffentlich dem Baum nicht schaden

Flankiert wird das ganze mit der Düngung des Baumes mit Wurmtee und der Aussaat von von Kapuzinerkresse am Boden darunter. Die Kresse muss allerdings noch ein paar Tage auf ihren großen Auftritt warten. Der Winter ist nämlich noch nicht ganz fertig. Die nächste Kältewelle mit strammen Minusgraden wird für das kommende Wochenende erwartet…

Der Garten im November

Vier Garten-Aktionen, die in den nächsten Tagen auf dem Programm stehen

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So ein rauhes Herbst-Lüftchen kann doch einen gestandenen Stahl-Gockel nicht erschüttern!



Ein bisschen trostlos sieht er ja aus, der Novembergarten. Das Beet ist abgeerntet, die Gartenmöbel haben ihr Winterdomizil bezogen und die Wiese versinkt unter einer dicken Laubschicht. Kein Brummen, kein Zwitschern ist mehr zu hören. Die Natur geht in die Winterpause.

Natürlich würden der Gärtner und die Gärtnerin auch gerne die Füße hochlegen – im Optimalfall an einem prasselnden Kaminfeuer. Doch das scheitert bei uns an zwei entscheidenden Gründen: Zum einen haben wir noch gar keinen Kamin, in dem wir den Holzscheiten beim Brennen zusehen können. Und dann gibt es ja noch einiges zu tun, bis der Garten winterfest ist. Diese vier Aufgaben warten noch auf uns:

1. Laub rechen und umverteilen
Im Frühling konnte man ganz einfach erkennen, welche unserer Nachbarn schon aus dem Winterschlaf erwacht waren und welche nicht. In manchen Gärten sah es Ende Februar schon ziemlich aufgeräumt aus, in anderen lag noch das Laub auf dem Rasen.

Dabei ist die Grasfläche so ziemlich der einzige Ort im Garten, der nicht von einer Laubschicht profitiert. Auf den Beeten schützen die bunten Blätter empfindliche Pflanzenwurzeln und fungieren gleichzeitig als Mulchschicht. Auf dem Komposthaufen sorgen Sie ebenfalls für Abwechslung – und besonders feinen Kompost. Und weil das Ökosystem Kompost nicht zu viel Herbstlaub auf einmal verträgt, kommt der Rest auf einen großen Haufen in der Nähe, wo er kleinen Tieren als Winterquartier dient.

Und ja: Wir haben so viel Laub, dass es für alle drei Aktionen reicht. Mit 13 Birken auf 1.000 qm Fläche ist nicht zu spaßen!

2. Bäume pflegen
Und da dachten wir schon, wir könnten die Pinsel für dieses Jahr zur Seite legen – jetzt, da sämtliche Wände im Haus einen neuen Anstrich bekommen haben. Stattdessen bleibt das Thema „streichen“ hochaktuell. Nur ist diesmal nicht die Hütte die Empfängerin eines neuen Anstrichs. Nein, jetzt im Spätherbst sind die Obstbäume an der Reihe.
Der Baumanstrich schützt den Baum auf vielfältige Weise: vor Frostschäden, vor Schädlingen und vor anderem Ungemach, das einem Baum zustoßen kann. Auf der Nutzen-Seite steigert er die Fruchtbarkeit und heilt Wunden in der Rinde.

Den Gang in den Baumarkt kann man sich übrigens sparen. Baumanstrich kann man ganz einfach selbst herstellen, wenn man die folgenden Zutaten zur Hand hat:

• Wasser
• Lehm
• Tapetenkleister
• Kuhfladen
• Holzasche, Steinmehl
• Schachtelhalmbrühe

Man benötigt nicht alle Zutaten und darf ruhig auch mit den Mischverhältnissen experimentieren. Wir haben noch Asche in der Feuerstelle, Schachtelhalm im Gewürzregal und Tapetenkleister in der Werkstatt. Zusammen mit den Pferdeäpfeln vom Reiterhof gegenüber muss das für den Anstrich genügen.

 

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Melancholie am Wasser

3. Für die dagebliebenen Tiere sorgen
Noch immer ziert ein großer Haufen Bauabfall den Platz vor unserem Schlafzimmerfenster. Erst hatten wir wichtigeres zu tun, dann mussten wir uns von den Umbaumaßnahmen erholen – und dann war es eigentlich zu spät, um den Haufen noch zu entfernen. Mittlerweile dient er wahrscheinlich ziemlich vielen Klein- und Kleinstlebewesen als Winterquartier.
Tieren ist es nicht allzu wichtig, ob das Insektenhotel aus zertifiziertem Bio-Holz ist. Sie suchen ein Dach über dem Kopf, unter dem sie sicher überwintern können. So gesehen hat unsere Schutthalde einen gewissen ökologischen Nutzwert und darf nun guten Gewissens bis zum Frühjahr bleiben.

Ein Stockwerk darüber, im großen Kirschbaum, geht es noch ziemlich lebendig zu. Vogelfütterung ist ein kontroverses Thema. In unserem Garten und dem Naturschutzgebiet drumherum sollte es eigentlich genug Futter geben. Aber nachdem es in der Stadt auch Vögel gibt, die etwas mehr darauf angewiesen ist und das Herstellen von Meisenknödeln großen Spaß macht, kommen die Gartenvögel auch in den Genuss.

Man nehme:
Rindertalg oder Kokosfett, Sonnenblumenkerne, Haferflocken & Co. sowie Förmchen zum Gießen. Erlaubt ist was gefällt: eine alte Tasse, ein leerer Blumentopf….

Fett erhitzen, im Verhältnis 1:1 mit den Samen mischen, abkühlen lassen. Fertig!

Alte Tassen als Vogelfutterbehälter haben den Vorteil, dass man sie am Griff einfach an einen Ast hängen kann.

4. Barbarazweige schneiden

Am 4. Dezember ist Barbaratag. An diesem Tag ist es Brauch, einen Kirschzweig zu schneiden und ins Wasser zu stellen. Blüht er zu Weihnachten, ist Fortuna uns im nächsten Jahr hold.

Glück gehabt! Wir haben zwei eigene Kirschbäume im Garten und in der Ecke mit der Feuerschale wächst ein dritter vom Nachbargrundstück zu uns herüber. Die Sache mit der Herkunft des Kirschzweiges ist also geritzt.
Bleibt die Frage: Kann man dem Glück auf die Sprünge helfen und den Blüten ein bisschen Unterstützung bieten?

Ja, das geht, sagt die Trickkiste, die sich Internet nennt.
Kirschzweige brauchen einige Tage Frost, damit sie das Gefühl haben, dass der Winter hinter ihnen liegt. Klimaerwärmung sei Dank, kann das bis zum 4. Dezember schon mal schwierig werden. Auch in diesem Jahr stehen die Chancen schlecht. Die letzte Novemberwoche läuft und es ist noch immer kein Frost in Sicht.

Was hilft? Einige Tage in der Tiefkühltruhe sollten den Kirschzweigen einen Motivationsschub verpassen. Am besten schlägt man sie danach in Zeitungspapier ein und legt sie eine weitere Nacht in die lauwarme Badewanne. Damit sollte der Kirschblüte zum Weihnachtsfest eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Gärtnerinnen unter sich

Kännchen statt Gießkanne

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Noch ist der Tisch leer. Aber das soll sich schnell ändern…

Was tut die (noch recht frischgebackene) Gartenbloggerin in der kühlen Jahreszeit? Treibt sie sich auf abgelegenen Weihnachtsmärkten herum? Plant sie bereits die Arbeiten für die nächste Gartensaison? Trifft sie sich am Ende gar mit Gleichgesinnten, um sich über einer Tasse extra-starken Kaffees der Fachsimpelei hinzugeben?

Ist doch toll, wenn man sich bei dieser breiten Auswahl nicht entscheiden muss, sondern einfach alle Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. Und schon sitze ich in der S-Bahn nach Dahlem und bin auf dem Weg zum 1. Gartenstammtisch Berlin-Brandenburg, zu dem Xenia vom Blog Berlingarten eingeladen hat.

Was mich erwartet, weiß ich nicht. Ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Immerhin muss ich gestehen, dass mein Garten in diesem Jahr eher zufällig die ein- oder andere Obst- und Gemüseernte abgeworfen hat. Gießen musste ich gar nicht und dass ich etwas zum (ver-) graben hatten, ist nur unseren Nachbarn zu verdanken, die uns einen Teil Ihrer Staudenknollen über den Gartenzaun gereicht haben. Unser Fokus in der Gartensaison 2017 lag ganz solide auf dem „Renovieren“.

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Weihnachtskitsch für Anspruchsvolle: Wer Dekoobjekte liebt, ist in Dahlem definitiv richtig

In der Königlichen Gartenakademie Dahlem kann man nicht nur gemütlich zusammensitzen, es weihnachtet auch schon sehr – und das im November! Außerdem öffnet das Zusammensitzen mit Gleichgesinnten die Augen und das Herz. Das Blogportfolio erweitert es noch dazu:

Da wäre zum Beispiel Renates Ikebana-Blog, Steffis Blog Frau Pratolina, der neben Gartentipps auch Genähtes und Gebackenes zu bieten hat und natürlich der Hauptstadtgarten-Blog von Caro, der – wenn ich mich recht erinnere – der erste Gartenblog war, den ich mir einst ergooogelt habe.

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Kaufen macht glücklich! Gilt auch für Blumenzwiebeln.

Anregungen für die kommende Saison gibt es natürlich auch. Im kommenden Jahr wird das „Graben“ definitiv wieder einen höheren Stellenwert einnehmen, soviel ist klar. Wer könnte diesen prall gefüllten Papiertüten voll Gartenglück widerstehen? Ich konnte es jedenfalls nicht. 2018 kann kommen! Und der nächste Gartenstammtisch bitte auch! Gern dann auch reihum in den jeweiligen Gärten. Am Besten lernt man schließlich immer noch beim „über-die-Schulter-gucken“ – und nicht am Kaffeetisch.