Die Schlacht vom Gorinsee

Hornissen gegen Wespen

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Hornissen mögen auch Rhododendron

Bleiben wir doch gleich beim Thema „staatenbildende Insekten“…

Im vergangenen Jahr haben wir uns wochenlang gefragt, warum es in den Birken vor unseren Wirtschaftsgebäuden so laut und tief brummt. Aber man kennt es ja: Der Kopf ist woanders – Wo war noch mal die Gartenschere? –  und drei Schritte später hat man bereits vergessen, dass man sich gerade noch gewundert hat.

Dann kam ein Tag im Herbst. Es gab nichts mehr zu ernten. Die Erdbeeren fürs neue Jahr waren gepflanzt, die Gründüngung sorgte für letzte Blüten auf dem Beet und der Blick schweifte nach oben, um den Graugänsen beim Flug in den Süden hinterherzugucken. Und plötzlich waren sie da. Die grüne Ranke, die die beiden Birken fest umschlungen hatte trug große Blütendolden. Und dazwischen schwirrten riesige Hornissen hin und her und ließen sich die herbstliche Mahlzeit schmecken.

„Habt ihr die nicht bemerkt?“ fragte die Nachbarin, „Die haben ihr Nest bei euch im Baum. Mich hat sogar eine gestochen!“ Nein hatten wir nicht. Aber jetzt standen wir eine halbe Stunde lang da und konnten von diesem Anblick nicht genug bekommen.

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Kaum zu glauben, dass unter den beiden stattlichen „Büschen“ Birken stecken. Wenn das Foto hochkant wäre, könnte man sehen, dass die Bäume oben noch gut 5 Meter rausgucken…

Neues Jahr, neues Glück. Die Hornissen sind wieder da. Wie sich herausstellt waren die Blütendolden vom Herbst kein einmaliger, vegetarischer Ausrutscher. Im Jahr 2017 geben sie sich allerdings nicht mehr mit Schlingpflanzen an Birken zufrieden. Diesmal darf es schon der weiße Rhododendron sein.

Und noch etwas ist neu: In diesem Frühling gucken sie auch regelmäßig auf unserer Veranda vorbei.

Denn dort versucht sich gerade die Lieblingsbeute der Hornisse einzunisten: die Wespe. Wie soll man in Ruhe auf dem Sofa dösen, wenn über einem die Schlacht vom Gorinsee tobt? Lautes Summen in zwei Tonlagen hält selbst den bauustellenlärm-gehärteten Großstädter zuverlässig vom Mittagsschläfchen ab. Bleibt die Frage: Wer wird gewinnen? „Wer Hornissen hat, hat keine Wespen“ heißt es. Die nächsten Tage werden zeigen, ob das stimmt. Fakt ist: Die Hornissen kämpfen sich in das Wespennest vor.

Der Termin mit dem Fachmann, der Wespennester versetzt oder entfernt ist erst mal verschoben. Lassen wir der Natur ihren Lauf. Bis die Sache geklärt ist, üben wir uns in Geduld und meiden das Schlachtfeld.  Zum Glück spielt endlich auch das Wetter mit. Im Zweifelsfall tuts da auch die Hängematte am Kirschbaum…

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Mit E-Book-Reader und fränkischem Bier in der Hängematte – Wer braucht da eine Veranda?

 

 

Bienen, Bienen, Bienen!

Auf dem Weg zum Hobby-Imker

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Gewimmel auf der Wabe

Wenn man einen eigenen Garten hat, entwickelt man Interessen, die man früher nicht für möglich gehalten hätte. Den Anfang machte bei uns der Wurmkomposter, der sich mittlerweile zu einer Selbstverständlichkeit in unserer Küche entwickelt hat. Auf der Suche nach weiteren Nützlingen, die das Gartenleben erleichtern und bereichern, kommt man natürlich an der Honigbiene schwer vorbei.

Während das Halten von Kompostwürmern ein relativ einfaches und idiotensicheres Vergnügen ist – Komposter aufstellen, Gebrauchsanweisung lesen, mit Würmern bestücken, füttern und warten bis man die Erde ernten kann – ist das Halten von Bienen doch ein ganzes Stück komplexer. Auf keinen Fall sollte man das Thema spontan angehen und sich ein Bienenvolk per Online-Bestellung zuschicken lassen, obwohl dies laut Wikipedia-Eintrag sogar möglich sein soll: Lebende Bienen zählen zu den wenigen Ausnahmen in den Beförderungsbedingungen der Deutschen Post und dürfen im Gegensatz zu anderen lebenden Tieren „problemlos“ versandt werden. Warum das „problemlos“ in Anführungszeichen steht, darf sich jeder selbst denken.

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Auf Imkerlehrgang im Bienenlehrgarten

Imker gibt es in Berlin nicht zu knapp. Fast jeder Stadtteil hat seinen eigenen Imkerverein. Ich habe mich für einen mehrmonatigen Lehrgang im Bienengarten entschieden. Das Besondere daran: Jedes Mitglied unserer Gruppe bekommt schon bald einen eigenen Ableger, den er oder sie dann während des gesamten Kurses betreut und am Ende käuflich erwerben kann. Imkern ist nämlich nicht gerade ein günstiges Hobby. Da sollte man schon ganz genau wissen, ob es einem liegt und ob es sich überhaupt ins Leben integrieren lässt. In diesem Sinne: Ran an die Biene.

Bevor ich mich gestern versehen hatte, stand ich ohne Schutzanzug vor einer offenen Beute – so heißt der Bienstock im Imkerjargon. Fasziniert betrachtete ich das Innenleben, während mir aufgescheuchte Bienen um den Kopf summten. Gestochen hat übrigens keine. Die Mädels sind wirklich ein friedfertiges Völkchen, selbst wenn man gerade ihre Kinderstube in der Hand hält, um die Entwicklung der Larven zu begutachten.

In den nächsten Monaten sind meine Samstage also zweigeteilt: Mittags gehts raus in den Bienengarten und erst dann weiter in unser Refugium am Gorinsee. Vielleicht haben wir ja schon im kommenden Jahr unsere eigene Beute im Garten stehen.

 

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Den Hintern hochkriegen: Gilt auch für Bienen

Auch im nächste Jahr gibt es sicher wieder Probeimker-Kurse im Bienengarten Berlin:

www.bienengarten-berlin.de

Von der Fensterbank ins Beet

Wenn das Arbeitszimmer zur Aufzuchtstation wird

 

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Paprikapflanzen im Kindergarten

Wer eine reiche Ernte einfahren will, muss im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal ackern. Wenn man das Beet sich selbst überlässt, wächst nämlich so einiges, nicht aber die Gemüsesorten, die man später auf dem Teller haben möchte. Packen wir es also an. Unsere erste Gartensaison steht unter dem Motto „Trial and Error“.

Schief gehen kann nämlich so einiges:

Sollte man es in Berlin jetzt schon wagen, zarte Pflanzenkinder ins Freilandbeet zu setzen? Probieren wir es aus. Wann waren nochmal die Eisheiligen? Mamertus, der erste der fünf Tage, liegt 2017 auf dem 11. Mai. Ach was, wird schon gut gehen…

Erwartungsgemäß ist die Skizze mit der letztjährigen Beetbelegung im Lauf der Wintermonate verschwunden. Das wars dann mit der strategischen Gartenplanung für dieses Jahr. Dürfen Tomaten auf Bohnen folgen? Nächstes Jahr sind wir auch in diesem Punkt schlauer.

 

Was die Entscheidung deutlich vereinfacht, ist die Tatsache, dass wir einen schier unerschöpflichen Vorrat an Jungpflanzen und Keimlingen haben. Natürlich kann man sich auch beetreife Pflanzen oder Samentütchen aus dem Gartenmarkt besorgen. Aber wie sich herausstellt, ist der Wurmkomposter eine optimale Brutstätte für Gemüsesamen, die mit den Küchenabfällen dort hineinwandern. Man muss sie nur noch aus dem halbfertigen Kompost ziehen, in eine Kulturschale umquartieren und ihnen beim Wachsen zuschauen. Die Paprika-Pflänzchen oben im Bild sind noch etwas klein und verbringen noch ein paar Wochen auf der Fensterbank neben dem Schreibtisch. Sicherheitshalber bis nach den Eisheiligen.

Wie das Experiment mit den bereits ausquartierten Tomaten- und Kürbispflänzchen ausgehen wird, zeigt sich in den nächsten Tagen. Es bleibt spannend!

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Immergrün und manchmal violett

 

Jetzt aber Kirschblüte!

Kaum ist man mal zwei Wochen nicht da, …

Es weißt so weiß!

… schon blühen die Bäume im Garten, was das Zeug hält! Gibt es was schöneres als die Kirschblüte? Wir sehen unsere Bäume zum ersten Mal in strahlendem Weiß.

Leider haben wir noch keine eigenen Bienen, sonst könnte man den Kirschenertrag vermutlich noch steigern. Das wird sich in den kommenden Jahren aber definitiv ändern. Bis dahin machen die Hummeln die Arbeit. Die gute Nachricht: Alle Pflanzen, die wir zuletzt in den Boden gesetzt haben, sind angegangen. Sogar die Bärlauchpflänzchen unter dem Kirschbaum. Timurs neuer Birnbaum treibt auch schon fleißig aus. Und – das Highlight – der Farn den ich im letzten Sommer in einem anderen Garten geschenkt bekommen habe, hat sich auch eingelebt.

Was für ein Job: So viele kleine Blüten!

Letztes Jahr waren noch kaum Nesseln im Garten. Dieses Jahr sind sowohl Taubnesseln als auch Brennesseln da. Weil die zu unseren Lieblingspflanzen gehören, dürfen sie auch bleiben. Zum Glück haben sie sich Plätze ausgesucht, die nicht zu den bevorzugten Stellen für den Gemüseanbau gehören.

Wie sich herausstellt, ist der Wurmkomposter der perfekte Ort, um Samen vorkeimen zu lassen. Man schmeißt einfach seine Gemüseabfälle hinein, schaut nach ein paar Tagen nach, ob kleine Plänzlein ihre Köpfe recken und setzt die dann in Mini-Gewächshäuser auf der Fensterbank um. Samenengpass gelöst. Tomaten, Kürbisse und Paprika haben wir auf die Art schon vorgezogen. Fehlt eigentlich nur noch das Ende der Nachtfrostperiode in Berlin und sie können nach draußen umziehen. Nächstes Jahr muss das Gewächshaus unbedingt eine Tür bekommen.

Ach ja: Weil die Bärlauchpesto-Voräte für das kommende Jahr bereits gedeckt sind, mussten neue Ideen her:

Grünes Glück für den Kühlschrank

Zum Beispiel Pesto aus Brennesseln, Giersch, Löwenzahn und dem Kraut der Karotten vom Wochenmarkt links ( abgeschmeckt mit Salz, Pfeffer, Pul Biber, Cardamom und Kurkuma ) und Bärlauchbutter mit ein bisschen Salz rechts.

 

 

Ein Birnbaum in seinem Garten stand….

Jetzt ist aber genug mit Bäumen!

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Wachse und gedeihe!

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

Ihr Kinderlein kommet! Wir haben auch bald Birnen!

Angeblich soll der kleine Kerl schon im ersten Jahr Früchte tragen – behauptet zumindest der Pflanzenversand. Bei uns im Garten stehen ja schon nicht zu knapp Obstbäume herum: mehrere Sorten Äpfel, Pflaumen, Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen und sogar Pfirsiche konnten wir im letzten Jahr ernten. Nur ein Birnbaum war noch nicht darunter. Jetzt schon. Hoffentlich lebt er sich gut ein.

Insekten, die die Bäume bestäuben, gibt es in unserer Siedlung zuhauf. Letztes Jahr hat sich sogar eine Hornissen-Kolonie auf unserem Gelände eingenistet. Aber das nutzt alles nichts, wenn kein zweiter Birnbaum in Flugnähe ist. Ob das der Fall ist, wissen wir nicht. Was kann man also tun? Einen Binenduo-Baum pflanzen, der zwei Sorten gleichzeitig trägt, den Bienen etwas mehr Abwechslung bereitet und uns hoffentlich zu vielen saftigen Früchten verhilft.

Die letzten Bäume und Sträucher, die wir im Herbst gepflanzt haben, sind übrigens gut angegangen. Holunder und Weißdorn fangen gerade an, auszuschlagen. Das lässt hoffen!

Was heute noch so in die Erde kam: drei Rosenstöcke, ein Heidelbeer-Strauch unter die Nadelbäume und einige Bärlauch-Pflänzchen, die ich aus Versehen mit Zwiebel aus der Erde gezogen habe und die jetzt unter den Kirschbaum neben dem Gewächshaus ein neues Domizil gefunden haben.

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Viele kleine Zweige ergeben auch ein großes Feuer!

Und natürlich bot es sich am Spätnachmittag an, ein kleines Feuer mit dem vielen Birkenreisig zu entzünden, der gerade auf einem Haufen neben der Feuerstelle herumliegt. Das erste von hoffentlich vielen in diesem Jahr! Wenn die Birken weiter so fleißig Zweige abwerfen, sind wir für einige Wochen versorgt.

Gewächshaus 2.0

Wenns mal nicht auf Anhieb klappt…

2017-03-12 15.52.27Als wir unseren Garten übernommen haben, stand ganz hinten in der Ecke eine etwas merkwürdige Metallstruktur, die in Sachen  Form und Größe an ein Gewächshaus erinnerte. Glas oder Folie waren zwar nicht vorhanden, aber in der Werkstatt fanden sich mehrere Meter dicker, durchsichtiger Gewächshausfolie. Fehlte eigentlich nur noch eine Rolle Gaffer-Tape und das Gewächshaus war fertig. Dann kamen Herbst und Winter, einige Stürme, Schnee und Regen und das Gewächshaus hatte seine besten Tage bereits hinter sich – ohne dass es jemals bepflanzt war. Innovativ und schnell gedacht ist leider nicht dasselbe, wie handwerklich sauber umgesetzt.

Das Gewächshaus 2.0 ist nun an den kritischen Stellen mit Kabelbindern gesichert. In der Folie gibt es zahlreiche kleine Löcher, damit Regenwasser abfließen kann. Und die ersten Samen – Spaghetti-Kürbis, Paprika und Zucchini – sind auch schon in der Erde. Was jetzt noch schief gehen kann, werden die nächsten Wochen zeigen.

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Nicht zum ersten Mal ist in unserem Garten ein Faustkeil-ähnlicher Stein zum Vorschein gekommen. Dieser ist wirklich ziemlich groß, liegt gut in der Hand und eignet sich perfekt zum Saatgutlinien ziehen im wiederauferstandenen Gewächshaus. Deshalb hat er dort seinen neuen Arbeitsplatz gefunden.

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Und auch das: Im Botanischen Garten Pankow lugen zarte Bärlauch-Blätter aus dem Laub hervor. Nächste Woche um diese Zeit dürfte dann das erste Bärlauch-Pesto fertig sein.

Frühjahrsputz!

Los gehts ins neue Gartenjahr!

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Eine von fünf Schubkarren voll Laub und Ästen, die heute auf dem Kompost oder neben der Feuerstelle gelandet sind.

Unser winziger Gartenteich war noch leicht gefroren, als wir heute unseren Antrittsbesuch im Garten absolviert haben. Aber die Temperaturen sind grundsätzlich wieder in einem Bereich, bei dem Mensch sich im Freien aufhalten kann. Hinzu kommt, dass nach dem langen Winter so einiges zu tun ist. Vom Arbeiten wird einem ja bekanntlich warm. Wenn man mehrere hundert Quadratmeter Rasen von den Blättern der Birken und Eichen befreien muss, die der Herbst hier abgeladen hat, kommt das sehr gelegen.

Der kalte Winterwind hat unser Foliengewächshaus fast dem Erdboden gleich gemacht und vor dem Komposthaufen markiert ein ziemlich großes Loch im Boden den Eingang ins unterirdische Reich eines größeren Tieres. Ein Fuchs? Die nächsten Wochen werden es zeigen. Die ersten Blümchen sind übrigens auch schon da.

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Hallo Winterlinge!

Winterschlaf

Fehlt nur noch der erste Schnee

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Laub rechen oder nicht?

 

So umtriebig, wie es im Sommer in unserer kleinen Gartenkolonie ist, so ruhig ist es im Winter. Die Zugvögel sind längst weg, die Nachbarn haben ihre Renovierungs-Projekte abgeschlossen und sitzen jetzt in Berlin vor dem Kamin und auch wir sehen nur noch alle paar Wochen nach dem Rechten.

Aber da war doch noch was!

Richtig: eigenes Grundstück, eigener Brunnen, eigene Wasserleitung, eigene Verantwortung, falls das Rohr zufriert und platzt. Vor dem Hintergrund, dass der Gorinsee schon munter dabei ist, zuzufrieren, war also Eile geboten. Für uns war es das erste Mal, dass wir eine „größere Aktion“ rund ums Haus eigenhändig durchgeführt haben. Insofern ein großer Tag. Eigenhändig heißt zum Glück auch nicht, dass man auf telefonischen Beistand vom Vorbesitzer verzichten muss.

Und dann nichts wie ab zurück ins Warme!

 

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Die Brombeerblätter sind auch schon ganz weiß an den Kanten…

 

 

Der Lack ist ab!

… und wieder dran.

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Ein Hoch auf bessere Zeiten!

Menschen und alte Hollywood-Schaukeln aus Stahl haben mehr gemeinsam, als man denkt. Haben sie erst ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel, blättert der Lack langsam ab. In beiden Fällen hilft ein bisschen Farbe. Während beim Menschen in Sachen „direkt auf den Rost lackieren“ besser Vorsicht geboten ist, kann man sich bei der Schaukel problemlos austoben. Die ein oder andere Runde mit dem Schwingschleifer und der Drahtbürste schadet trotzdem nicht. Neu im Sortiment: Der schicke Einweg-Anzug, der dafür sorgt, dass die Klamotten nicht gleich zur nächsten Baustelle werden.

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In solchen Momenten hat der Gatte das Handy natürlich immer am Start.

Der Haus-Holunder ist gepflanzt

Frau Holle lässt grüßen!

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Was für eine schicke, orange Reisetüte!

Unser Garten ist gut bestückt: Neben zwei Kirsch- und zwei Pflaumenbäumen, mehreren Apfelbäumen und sogar einem Pfirsichbaum, stehen mehr als ein Dutzend Birken ums Haus herum – ganz zu schweigen von den vielen Beerenbüschen, die uns in den vergangenen Monaten gut versorgt haben. Nur was die traditionellen Wildgehölze angeht, besteht Aufholbedarf. Ganz besonders fällt auf: Es gab keinen Haus-Holunder. Bis jetzt!

Im vergangenen Jahr hatten wir das große Vergnügen, ein Wochenendseminar mit dem großartigen Wolf-Dieter Storl besuchen zu dürfen. Es gibt wohl wenige Leute im deutschsprachigen Raum, die so gut über Pflanzen, ihre Geschichte, ihre Heilwirkung und um die Sagen und Legenden Bescheid wissen, wie der Ethnobotaniker und Kulturanthropologe aus dem Allgäu. Natürlich kamen wir auf unserem Streifzug über die Wiesen auch an einem mächtigen Holunderstrauch vorbei.

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Mitten auf der Wiese aber nah genug am Nachtbarsgrundstück um später mal für Sichtschutz zu sorgen!

Unter dem Holunder öffnet sich die Tür zur Unterwelt, zum Reich der Erdgöttin, auch als Frau Holle bekannt. Der Hausholunder gilt auch als Wohnstatt der verstorbenen Ahnen, die an seinem Fuße mit Milch, Brot oder Bier gefüttert werden. Und: Für die Landbevölkerung früherer Zeiten zählte er zu den wichtigsten Heilpflanzen. Aus den Blüten kann man zur Sommersonnenwende einen Tee brauen, der das Immunsystem gegen viele Krankheiten stärken soll. Saft und Sirup der Beeren helfen dabei, gut und vitaminreich über den Winter zu kommen. Wer kann da schon widerstehen?

Weitere Informationen zum Holunder? Wolf-Dieter Storl: „Pflanzen der Kelten“, AT-Verlag, Aarau, Schweiz, S.212 ff.