Aprilsommer

Mit Vollgas in die Gartensaison

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Kirschblüte hinter dem Haus

Wie hieß noch einmal die Jahreszeit zwischen Bibber-Temperaturen und Badewetter? Ach ja: Frühling!

Schön, dass die Erinnerung noch nicht allzu schwer fällt. Irritiert ist man dieser Tage trotzdem. Passiert nicht allzu oft, dass die Flipflops schon aus dem Winterquartier zurück sind und die Daunenjacke noch am Kleiderhaken hängt. Der Übergang von Winter zu Sommer ging aber auch schnell. Wie soll man da hinterherkommen? Schließlich hat man ja auch noch anderes zu tun. Während wir in Sachen Hausrenovierung aktiv waren, hat der Giersch still und heimlich den ganzen Garten übernommen. Da hilft auch kein Aufessen mehr. Großflächiges Jäten ist die Aktion der Stunde.

 

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Wimmelbild für Fortgeschrittene: Ja, was wächst denn da?

Zum Glück ist Giersch nicht die einzige Pflanze, die sich vermehrt hat. Noch ist der Bewuchs spärlich, aber es scheint gelungen zu sein, Bärlauch in unserem Garten heimisch zu machen. Die paar Pflänzchen, die ich im vergangenen Jahr aus Versehen samt Zwiebel aus der Erde gepflückt habe und eingepflanzt habe, sind nicht nur zurück, sondern das auch noch in doppelter Mannschaftsstärke. Sogar erste Knospen sind bereits zu sehen. Mindestens 10 Pflänzchen sprießen unter dem Sauerkirschbaum. Bis zum ausgewachsenen Bärlauchfeld ist es zwar noch ein weiter Weg, aber man wird ja wohl hoffen dürfen.

Die Bienenkönigin hat sich bei der Durchsicht des Volkes auch gezeigt. Damit ist klar: Sie hat den Winter überstanden – und mit Futter in der Futtertasche, einer neuen Generation bereits verdeckelter Brut in den Startlöchern und dem Blütenmeer vor der Haustür kann jetzt eigentlich nichts mehr schief gegen. Die erste Bienenüberwinterung ist geglückt.

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Der Mai muss noch kommen, die Bäume schlagen längst aus.

 

Zwischen Winter und Frühling

Bienen, Menschen und ein Pfirsichbaum mit Kräuselkrankheit

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Fast noch geschlossene Eisdecke, aber satte Plusgrade

Sieht man auch nicht alle Tage: Kinder, die barfuß an einem zugefrorenen See spielen. Das Wetter im März 2018 kann sich nicht so ganz entscheiden, was es will. Und so folgt dann auch ein echter Frühlingstag auf eine Durststrecke mit sibirischer Kaltluft.

„Nichts wie raus!“ dachten sich da nicht nur die Kinder, sondern auch das stolze Bienenvolk auf unserem Grundstück. Beim Reinigungsflug werden nicht nur die gefallenen Mitstreiterinnen aus der Beute geschafft. Auch für die Körperpflege der Bienendamen selbst ist endlich mal wieder Zeit. Bienen gehen in der kalten Jahreszeit nämlich nicht aufs Klo, sondern warten auf den ersten Frühlingstag mit Werten über 10 Grad. Nur so überleben sie den Flug und die anschließliche Rückkehr in die Beute. Weil der Tag so schön war, passte auch noch ein Abstecher zu den ersten Blumen mit in den Zeitplan. Die neue Brut braucht Pollen…

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Wer hätte es geahnt: Winterlinge ergeben gelbe Pollenhöschen

Für die Gärtner selbst ist auch schon einiges zu tun, zum Beispiel, den Pfirsichbaum gegen die Kräuselkrankheit zu behandeln. Die Gegend um Berlin ist nicht gerade als natürlicher Lebensraum für Pfirsichbäume bekannt. Das Resultat ist eine Pilzerkrankung, der man normalerweise nur mit der chemischen Keule zu Leibe rücken kann. Weil wir die lieber vermeiden wollen, probieren wir es erst einmal mit vergleichsweise harmloseren Mitteln. Essig und Wasserstoffperoxid ergeben eine Lösung, die man auf die Knospen aufsprühen kann. (zwischen 3 und 5%ig soll die Lösung sein)

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Was für die Behandlung von Menschen geeignet ist, kann hoffentlich dem Baum nicht schaden

Flankiert wird das ganze mit der Düngung des Baumes mit Wurmtee und der Aussaat von von Kapuzinerkresse am Boden darunter. Die Kresse muss allerdings noch ein paar Tage auf ihren großen Auftritt warten. Der Winter ist nämlich noch nicht ganz fertig. Die nächste Kältewelle mit strammen Minusgraden wird für das kommende Wochenende erwartet…

Schrödingers Katze lebt!

– und andere Insekten-Frühjahrsvorbereitungen

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Kein Fels in der Brandung, sondern ein Langkopf-Wespennest.

Es gibt eine äußerst wahrscheinliche Kandidatin unter den heimischen Wespenarten, was die letztjährige Vordachbesiedlung angeht: die Sächsische Wespe. Woher ich das weiß? Ich war auf einem Kurs im Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf.

Sächsische Wespen sind Langkopfwespen und gehören zu den Arten, denen der Frühstückstisch am Stachel vorbei geht. Besser noch: Etwa im August haben die Tiere ihr Pulver verschossen und das Nest wird leer. Bauschäden gibt es auch wenig bis keine zu befürchten. Letztendlich war das Loch im Haus ja schon da. Wer kann es ihnen verübeln, wenn sie das als Einladung zum Einzug verstehen? Und das wichtigste: Man kann sich mit ihnen arrangieren. Vielleicht lassen sich die notwendigen Dinge aus dem Geräteschuppen für wenige Wochen anderswo unterbringen und man geht sich einfach aus dem Weg?

Hornissen sind eine ganz andere Baustelle. Zum einen sind die Viecher ein ganzes Stück größer, als jede Wespe. Dann stehen sie unter Artenschutz. Und am Ende des Nestbetriebs werden ihre Fäkalien langsam problematisch. Wegen einer Hornissensiedlung darf man aber nicht so eben mal einfach den Schädlingsbekämpfer rufen. Nur die Feuerwehr darf die Nester im absoluten Notfall ad Hoc „entfernen“. In allen anderen Fällen braucht man eine Genehmigung auf Grundlage eines Zertifikats wie diesem:

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Sachkundelehrgang heißt noch nicht, dass ich alles darf. Sollte ich auch nicht.

Das Zertifikat sagt allerdings noch nichts über die praktischen Fähigkeiten aus, die man bei der Umsetzung von Nestern braucht. Die muss man sich im realen Leben noch erarbeiten. Die Genehmigung zur Umsetzung muss man bei der Naturschutzbehörde einholen. Aber beraten darf ich schon jetzt. Und Beratung ist immer der wichtigste, erste Schritt.

Was die Haustiere angeht: Mein Bienenvolk hat beim Hörtest von außen an der Beute ein lautes Summen hören lassen. Schrödingers Katze lebt! Jetzt muss nur noch schnell der Frühling kommen. Die ersten Winterlinge blühen jedenfalls schon…

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Nester mit muschelförmiger Oberfläche baut die Kurzkopfwespe. Das sind die mit dem Marmelade-Tick.

Kombucha, Kefir & Co.

Wir haben da einen im Tee!

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Platz da! Zum Glück haben wir nach der Renovierung jetzt zwei funktionierende Küchen. In unserem Haus am See ist der Kombucha auch schon längst heimisch.

Eines schönen Tages stand unser Freund Stefan aus Leipzig in der Tür und hielt in seinen Händen ein großes Glas. Darin schwappte eine bräunliche Brühe, auf deren Oberfläche ein beige-rosiges Etwas dümpelte, das entfernt an eine Qualle nach einem missglückten Landgang erinnerte. Und schon war es geschehen: Der Kombuchapilz nahm Einzug in unsere Küche.

Genau genommen ist das, was da oben schwimmt, gar kein Pilz, sondern eine sybiotische Kolonie von Hefen und Essigsäurebakterien. Aber „Pilz“ klingt letztendlich doch irgendwie appetitlicher. Seitdem er da ist, haben wir auch wieder Zucker im Schrank, denn das ist der Treibstoff für die Magie, die er entfaltet. Die natürliche Lebenswelt des Scobys (Symbiotic Culture Of Bacteria and Yeast), wie die glibberige Scheibe im Fachjargon heißt, ist nämlich ein stark gesüßter Tee.

Natürlich blieb unser Kombucha-Glas nicht lange alleine: Nach der Paleo Convention im Sommer fand sich ein vergessenes Starterset Wasserkefir im Kühlschrank. Auf die Frage „Wohin mit den kleinen Kristallen?“ konnte die Antwort nur lauten: „Ab damit in ein großes Glas!“

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Wasserkefir ganz klassisch angesetzt: Zucker, Trockenfrüchte und Zitronen

Nähern wir uns also der Materie von der praktischen Seite:

Womit süßen?

Auf fast jeder Seite, die sich mehr oder wenig professionell mit fermentierten Drinks auseinandersetzt, findet man lange Listen mit verschiedenen Süßmitteln. Arbeitet man sie durch, kommt man am Ende wieder bei Zucker heraus. Ob man den weißen Haushaltszucker verwendet oder braunen Rohrzucker verwendet ist Geschmacks- und Ansichtssache. Flüssige Süßmacher, wie Honig oder Melasse taugen bestenfalls als Beimischung. Zuckerersatzstoffe von Stevia bis Erythrit finden Scoby und Kefirkristalle ungenießbar. 80 bis 100 g Zucker pro Liter sind übliche Mengen.

Welcher Tee?

Bei der Zusammenstellung der Aufgussmischung darf man wesentlich kreativer ans Werk gehen, als bei der Wahl des Süßstoffs. Grüner oder schwarzer Tee sollten jedoch in jedem Fall dabei sein. Auch die persönlichen Lieblingskräuter dürfen mit in den Tee. Bei uns sind das zum Beispiel Brennessel, Ginkgo und Zitronengras. Früchtetees sind ebenfalls erlaubt. Nur bei Pflanzen mit einem hohen Anteil ätherischer Öle ist Vorsicht geboten. Aber auch hier macht die Dosierung das Gift.

Wozu Obst?

Auf den Fotos deutlich zu erkennen: Im Wasserkefir-Glas schwimmen Zitronenscheiben und auf den Kristallen liegen dunkle Kugeln, die verdächtig nach Trockenpflaumen aussehen. Wasserkefir braucht Früchte als Stickstoffquelle. Der Klassiker sind Feigen, aber im Prinzip sind alle Sorten Trockenobst und sogar frische Früchte denkbar. Erlaubt ist, was das Vorratsregal hergibt – vorausgestzt, das Obst ist ungeschwefelt. Das mögen die Kulturen nämlich nicht so gerne. Wer auf Nummer Sicher gehen will, holt sich (so wie wir) ein Dörrgerät ins Haus. Praxistipp: Je größer die Früchte sind, desto einfacher hat man es später, wenn man sie wieder herausfischen muss. Das habe ich aus meinem letzten Experiment mit Goji-Beeren gelernt. Und: Die nächste Holunderblüte kommt bestimmt!

Beim Kombucha lautet das magische Wort „Zweitfermentierung“. Hier kommt Obst erst dann ins Spiel, wenn das fertige Getränk bereits in Flaschen abgefüllt ist. Dabei entsteht Kohlensäure, es wird also sprudeliger. Und falls man auf die Idee kommt, bei diesem Prozess nochmals Zucker beizumischen, kann auch der Alkoholgehalt deutlich steigen. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt…

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Unser Dritter im Bunde: Milchkefir zwischen zwei Arbeitseinsätzen

Und warum eigentlich?

Wäre ja noch schöner, wenn man Forschungsgelder in ein Produkt investieren würde, das Jedermann und jede Frau in der heimischen Küche selbst herstellen kann. Wo für die Pharmaindustrie kein Profit zu machen ist, hinkt die Wissenschaft naturgemäß hinterher. Auch aus diesem Grund ist es streng verboten, an dieser Stelle Gesundheitsversprechen abzugeben. Vielleicht zahlt sich der Versuch, die träge Verdauung, das schwächelnde Immunsystem oder den Stoffwechsel mit Hilfe von fermentierten Getränken auf Trab zu bringen, aus. Vielleicht auch nicht. Warum nicht einfach einen Selbstversuch wagen? Im fernen Osten setzt man jedenfalls schon seit Tausenden von Jahren auf die gesundheitsfördernde Wirkung des Kombucha-Tees.

Was ihm alles nachgesagt wird? Antioxidativ (Polyphenole!), antibakteriell und blutzuckerregulierend soll er sein. Organische Säuren, Enzyme, Vitamine (darunter das bei Veganern begehrte B12!), Mineralstoffe und Spurenelemente schwimmen umher. Und das Wichtigste: Er schmeckt gut! Bei uns hat sich eine Mischung aus selbstgemachter Zitronenlimonade (Mineralwasser mit Kohlensäure, Erythrit nach Geschmack und Zitronensaft) durchgesetzt, die dann mit einem Glas Kombucha oder Wasserkefir pro Liter verfeinert wird.

Selbstverständlich darf in einem Küchenbeitrag ein Rezept nicht fehlen. Wie wäre es zum Beispiel mit diesem Ansatz, den unser Kombucha ziemlich gerne mag und der auf die Größenordnung eines 5-Liter-Glases zugeschnitten ist?

 

  • 15 g grüner Tee
  • 15 g schwarzer Tee
  • 10 g Zitronengras
  • 10 g Ginkgo-Tee
  • 200 g Rohrzucker
  • 100 ml Holundersirup

Zwei Wochen ziehen lassen, abfüllen und genießen.

Wer in unserer Nähe wohnt, ist herzlich eingeladen, sich einen Ableger unseres Scobys oder der Kefirkristalle abzuholen. Für alle anderen gibt es zum Beispiel das Rundum-Sorglos-Paket
mit biozertifizierten Zutaten als (Achtung: Gleich kommt ein Affiliate-Link!) Original Kombucha Set mit vitalem Kombuchapilz und Starter für bis zu 3 L pro Ansatz mit einfacher Anleitung, Rezept und Erfolgsgarantie von Fairment® – inclusive Scoby, Glas und Gelinggarantie.

 

 

 

 

 

Herbstfinale

Baustopp muss auch mal sein

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Neue Einblicke

Da ist es also, unser neues, altes Wohnzimmerfenster, das einmal ein Küchenfenster war. Ein nagelneues Glas hat es bekommen, weil eine der beiden Scheiben beim Abschleifen zu Bruch gegangen ist. Seitdem wissen wir, dass es ein Fenster in „DDR-Standartgröße“ ist, wie uns der Glasermeister in Bernau erzählt hat.

Vor dieser Aktion hätte ich nie geglaubt, dass man Fenster und Türen so passgenau aus- und wieder einbauen kann, wie man es hier sehen kann. Nicht einmal neuer Anstrich für die Hausfassade ist nötig. Man könnte fast denken, dass sich das Fenster schon immer an dieser Stelle befunden hat – wenn man es nicht besser wüsste.

Heute bekommt es den letzten Feinschliff in Form von Putz, Silikon und ein bisschen weißer Holzfarbe, damit es auch dicht hät. Und das ist auch höchste Zeit. Wie man an den gelben Birkenblättern auf dem Fensterbrett sehen kann, ist es mittlerweile  schon äußerst herbstlich. Der Winter steht bald schon vor der Tür. Und der nächste Sturm lässt sicher auch nicht mehr allzu lang auf sich warten.

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Wer braucht da noch selbstgebastelte Insektenhotels von Menschen?

Das wissen auch die Tiere. Zugvögel kreisen über dem See und machen sich abflugbereit für den langen Weg nach Süden. Das Bienenvolk mag es nicht mehr so gern, wenn man ihm zu nahe kommt. Mittlerweile ist jeder verdächtig, ein potenzieller Honigräuber zu sein, auch der Imker, der eigentlich nur noch an die Beute kommt, um die Futtertaschen aufzufüllen. Alle anderen Krabbler und Kriecher sind weitgehend verschwunden. Wahrscheinlich haben sie es sich längst in einem natürlichen Insektenhotel, wie dem alten Baumstumpf am Gorinsee, gemütlich gemacht.

 

Von unten und oben

Neues Dach und neuer Boden

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Rauf aufs Dach!

Oh Schreck! Jetzt braucht unser Haus auch noch ein neues Dach! Hat das Tief mit dem klangvollen Namen „Rasmund“, das Ende Juni das Berliner Umland kurzfristig in eine Seenlandschaft verwandelt hat, also doch härter zugeschlagen, als gedacht. Und schon sind wir auf dem Weg zum Baumarkt und laden munter Dachpappe in unseren Einkaufswagen. Schnell noch einen Winkelschleifer mit dazu. Neben unserem handwerklichen Know-how wächst auch der Maschinenpark in einem ähnlichen Tempo.

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Schön ist der neue Dielenboden.

Zu den neu erworbenen Fähigkeiten zählt auch das Verlegen von Bodendielen. Damit rückt unser Wiedereinzug ins Haus in realistische Nähe. Jetzt nur noch dreimal Lackieren und einmal Abschleifen, dann können wir das Bett wieder aufbauen und  endlich wieder draußen übernachten – falls es noch warm genug ist, um ohne Heizung auszukommen, denn die ist nach wie vor demontiert. Mit leichten Abstrichen bei der Gemütlichkeit muss also gerechnet werden.

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Ein Satz mit X: Das war wohl nix!

Etwas weniger gemütlich ging es auch unter dem Vordach zu, wie es sich in den letzten Monaten ja schon angedeutet hatte. Im Rahmen der Dachdeckaktion kamen die Überreste der Schlacht vom Gorinsee zum Vorschein.

Das Bild zeigt nur einige Versuche des Wespenvolks, auf unserer Veranda Fuß zu fassen. Das da links könnte – wenn man die Größe der Waben vergleicht – sogar der Beginn eines Hornissennestes sein. Das wäre eine ganz schön dreiste Nummer der Hornissen: Richten wir uns doch einfach direkt neben unseren Beutetieren ein. Dann müssen wir nicht mehr heimfliegen, wenn wir total vollgefressen sind. Ob sie irgendwann die Königin erwischt haben, oder die Wespen von alleine aufgegeben haben? Wissen wir nicht.

Jedenfalls könnte dieses Bild der Fotobeweis sein, dass der Papiertüten- oder Korbtrick nicht funktioniert. Der besagt nämlich, dass Wespen nie dort bauen, wo schon ein anderes Nest existiert – oder sich auch nur eine Struktur befindet, die einem Wespennest ähnelt. Das hätten wir also auch geklärt.

Vom Garten zum Bienengarten

Ein Bienenvolk zieht um

 

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Allein auf weiter Flur

Als ich vor vielen Jahren nach Berlin kam, umfasste mein Hab und Gut auch 5 Terrarien mit Vogelspinnen. „Auf gar keinen Fall nehmen wir die im Umzugswagen mit!“ rief der kleine Trupp Umzugshelfer wie aus einem Mund. „Nicht dass noch eine ausbüxt und hinten auf der Ladefläche herumkrabbelt.“ Und so kam es, wie es kommen musste: Ich fuhr den ganzen Weg von Mannheim bis Berlin allein im Auto hinter dem Umzugswagen her. Nur die Vogelspinnen leisteteten mir ihre stumme Gesellschaft.

Rund 13 Jahre später fand ich mich in dieser Woche zum zweiten Mal in diesem Leben mit wehrhaften Tieren auf dem Rücksitz auf der Autobahn wieder. Während ein Terrarium nicht so einfach aufgehen kann, sollte man für den Umzug der Bienenbeute den ein oder anderen Spanngurt zur Hand haben. Und natürlich Schaumstoff und Klebeband, um das Flugloch während der Fahrt zu verrammeln…

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Der Umzugswagen ist da!

Jetzt im Herbst haben die Bienen alle Hände voll zu tun, um sich für den Winter fit zu machen. Nur ein starkes Volk mit reichlich Vorrat kommt gut durch die kalte Jahreszeit. An beiden Punkten haben meine Damen noch zu arbeiten. Aber hier am Gorinsee sieht man selten Bienen. Die Konkurrenz an der Blüte dürfte also nicht übermäßig groß sein. Und den Trog mit dem Zuckerwasser in der Arbeitszarge haben sie auch sofort entdeckt und das klebrige Zeug abtransportiert. Wir werden sehen, wie sich die Lage im Sock bis zum Wochenende entwickelt hat. Dann wird nämlich zum ersten Mal nachgeguckt.

Honig liefert ein Jungvolk wie dieses im ersten Jahr eher selten. Dafür bringt die Arbeit mit Bienen automatisch Kontakt zu anderen Imkern mit sich, denen man ein Glas abkaufen kann. Zum Beispiel, um daraus Bärwurz-Birnhonig zu machen, nach dem Rezept von Hildegard von Bingen. Dazu braucht man:

  • ein Kilo Birnen,
  • sechs Esslöffel Honig
  • 25 g Bärwurz
  • 20 g Galgantwurzel
  • 15 g Süßholzwurzel
  • 10 g Bohnenkraut

Birnen halbieren, Kerngehäuse entfernen und weichkochen. Wasser abgießen und Birnen pürieren. Nacheinander Honig und Kräuter dazugeben. In Gläser abfüllen. Fertig.

 

Gelöffelt wird der Bärwurz-Birnhonig nüchtern am Morgen, nach dem Mittagessen und vor dem Zubettgehen: Erst einen, dann zwei und am Abend schließlich drei Teelöffel. Er hilft bei der Entgiftung des Körpers, unterstützt die Darmsanierung und stärkt die Abwehrkräfte.

 

 

 

 

 

 

 

Im Zeichen des Frosches

Von Menschen, Hunden und Amphibien

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Was guckst du?

Aufmerksame Leser dieses Blogs haben sich vielleicht schon gefragt, woher der Name „Frosch im Gartenteich“ kommt. Die Auflösung des Rätsels ist nicht sonderlich kompliziert: Ja, wir haben einen kleinen Teich im Garten. Was dem kleinen Bewohner an der tiefergelegten Plastikwanne gefällt, lässt viel Raum für Spekulationen. Aber: Zwei Jahre in Folge macht es nun schon „Platsch!“, wenn man seinem Refugium mit der blühenden Seerosenpflanze zu nah kommt. Und, Nein: Es ist uns noch nicht gelungen, ein Foto zu schießen, das den Frosch im Gartenteich auch nur schemenhaft erahnen lässt.

Dafür waren die Amphibien am Krugpfuhl anlässlich des Langen Tags der Stadtnatur 2017 vergleichsweise unmotiviert in ihren Fluchtbemühungen. Und so gibt es auf diesem Blog nun erstmals Froschfotos . Voilà!

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Die Benutzungsanleitung der Amphibienreuse hat der Frosch sicher falsch verstanden. Eigentlich sollte er reinschwimmen und sich darin fangen lassen.

Apropos Langer Tag der Stadtnatur: Auch in diesem Jahr haben sich die 26 Stunden wieder richtig gelohnt. Wir haben uns wie schon im vergangenen Jahr auf Veranstaltungen konzentriert, die zwischen Stadtwohnung und Sommerhaus liegen. So erweitern wir ganz nebenbei unsere Ortskenntnisse im Norden Berlins und lernen dabei noch die ein oder andere liebe Garten- und Naturseeele kennen.

So wie in diesem Jahr die Kräutergärtnerin Annegret Ebel, die in ihrem Hexengarten in Französisch-Buchholz den Begriff „Kleingarten“ ad absurdum führt. Wer gerade nach einer originellen Idee für den nächsten Kindergeburtstag sucht, wird vielleicht bei ihr fündig. Die Homepage heißt Marmelädchen

Als wir am Ende eines schönen Wochenendes den Abend beim Sonnenuntergang am Gorinsee ausklingen lassen wollten, liefen uns übrigens gleich noch mal Frösche über den Weg: winzigkleine, die gerade ihren ersten Landgang absolvierten. Hoffentlich haben sie die Pfoten der spielenden Hunde am Ufer gut überlebt. Leider war die Handykamera am See nicht dabei. Deshalb zum Abschluss noch ein Bild aus dem eigenen Garten zum gleichen Thema: Leben und Überleben.

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Wie diese Geschichte wohl ausgeht?

 

Die Schlacht vom Gorinsee

Hornissen gegen Wespen

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Hornissen mögen auch Rhododendron

Bleiben wir doch gleich beim Thema „staatenbildende Insekten“…

Im vergangenen Jahr haben wir uns wochenlang gefragt, warum es in den Birken vor unseren Wirtschaftsgebäuden so laut und tief brummt. Aber man kennt es ja: Der Kopf ist woanders – Wo war noch mal die Gartenschere? –  und drei Schritte später hat man bereits vergessen, dass man sich gerade noch gewundert hat.

Dann kam ein Tag im Herbst. Es gab nichts mehr zu ernten. Die Erdbeeren fürs neue Jahr waren gepflanzt, die Gründüngung sorgte für letzte Blüten auf dem Beet und der Blick schweifte nach oben, um den Graugänsen beim Flug in den Süden hinterherzugucken. Und plötzlich waren sie da. Die grüne Ranke, die die beiden Birken fest umschlungen hatte trug große Blütendolden. Und dazwischen schwirrten riesige Hornissen hin und her und ließen sich die herbstliche Mahlzeit schmecken.

„Habt ihr die nicht bemerkt?“ fragte die Nachbarin, „Die haben ihr Nest bei euch im Baum. Mich hat sogar eine gestochen!“ Nein hatten wir nicht. Aber jetzt standen wir eine halbe Stunde lang da und konnten von diesem Anblick nicht genug bekommen.

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Kaum zu glauben, dass unter den beiden stattlichen „Büschen“ Birken stecken. Wenn das Foto hochkant wäre, könnte man sehen, dass die Bäume oben noch gut 5 Meter rausgucken…

Neues Jahr, neues Glück. Die Hornissen sind wieder da. Wie sich herausstellt waren die Blütendolden vom Herbst kein einmaliger, vegetarischer Ausrutscher. Im Jahr 2017 geben sie sich allerdings nicht mehr mit Schlingpflanzen an Birken zufrieden. Diesmal darf es schon der weiße Rhododendron sein.

Und noch etwas ist neu: In diesem Frühling gucken sie auch regelmäßig auf unserer Veranda vorbei.

Denn dort versucht sich gerade die Lieblingsbeute der Hornisse einzunisten: die Wespe. Wie soll man in Ruhe auf dem Sofa dösen, wenn über einem die Schlacht vom Gorinsee tobt? Lautes Summen in zwei Tonlagen hält selbst den bauustellenlärm-gehärteten Großstädter zuverlässig vom Mittagsschläfchen ab. Bleibt die Frage: Wer wird gewinnen? „Wer Hornissen hat, hat keine Wespen“ heißt es. Die nächsten Tage werden zeigen, ob das stimmt. Fakt ist: Die Hornissen kämpfen sich in das Wespennest vor.

Der Termin mit dem Fachmann, der Wespennester versetzt oder entfernt ist erst mal verschoben. Lassen wir der Natur ihren Lauf. Bis die Sache geklärt ist, üben wir uns in Geduld und meiden das Schlachtfeld.  Zum Glück spielt endlich auch das Wetter mit. Im Zweifelsfall tuts da auch die Hängematte am Kirschbaum…

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Mit E-Book-Reader und fränkischem Bier in der Hängematte – Wer braucht da eine Veranda?