Der Garten im November

Vier Garten-Aktionen, die in den nächsten Tagen auf dem Programm stehen

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So ein rauhes Herbst-Lüftchen kann doch einen gestandenen Stahl-Gockel nicht erschüttern!



Ein bisschen trostlos sieht er ja aus, der Novembergarten. Das Beet ist abgeerntet, die Gartenmöbel haben ihr Winterdomizil bezogen und die Wiese versinkt unter einer dicken Laubschicht. Kein Brummen, kein Zwitschern ist mehr zu hören. Die Natur geht in die Winterpause.

Natürlich würden der Gärtner und die Gärtnerin auch gerne die Füße hochlegen – im Optimalfall an einem prasselnden Kaminfeuer. Doch das scheitert bei uns an zwei entscheidenden Gründen: Zum einen haben wir noch gar keinen Kamin, in dem wir den Holzscheiten beim Brennen zusehen können. Und dann gibt es ja noch einiges zu tun, bis der Garten winterfest ist. Diese vier Aufgaben warten noch auf uns:

1. Laub rechen und umverteilen
Im Frühling konnte man ganz einfach erkennen, welche unserer Nachbarn schon aus dem Winterschlaf erwacht waren und welche nicht. In manchen Gärten sah es Ende Februar schon ziemlich aufgeräumt aus, in anderen lag noch das Laub auf dem Rasen.

Dabei ist die Grasfläche so ziemlich der einzige Ort im Garten, der nicht von einer Laubschicht profitiert. Auf den Beeten schützen die bunten Blätter empfindliche Pflanzenwurzeln und fungieren gleichzeitig als Mulchschicht. Auf dem Komposthaufen sorgen Sie ebenfalls für Abwechslung – und besonders feinen Kompost. Und weil das Ökosystem Kompost nicht zu viel Herbstlaub auf einmal verträgt, kommt der Rest auf einen großen Haufen in der Nähe, wo er kleinen Tieren als Winterquartier dient.

Und ja: Wir haben so viel Laub, dass es für alle drei Aktionen reicht. Mit 13 Birken auf 1.000 qm Fläche ist nicht zu spaßen!

2. Bäume pflegen
Und da dachten wir schon, wir könnten die Pinsel für dieses Jahr zur Seite legen – jetzt, da sämtliche Wände im Haus einen neuen Anstrich bekommen haben. Stattdessen bleibt das Thema „streichen“ hochaktuell. Nur ist diesmal nicht die Hütte die Empfängerin eines neuen Anstrichs. Nein, jetzt im Spätherbst sind die Obstbäume an der Reihe.
Der Baumanstrich schützt den Baum auf vielfältige Weise: vor Frostschäden, vor Schädlingen und vor anderem Ungemach, das einem Baum zustoßen kann. Auf der Nutzen-Seite steigert er die Fruchtbarkeit und heilt Wunden in der Rinde.

Den Gang in den Baumarkt kann man sich übrigens sparen. Baumanstrich kann man ganz einfach selbst herstellen, wenn man die folgenden Zutaten zur Hand hat:

• Wasser
• Lehm
• Tapetenkleister
• Kuhfladen
• Holzasche, Steinmehl
• Schachtelhalmbrühe

Man benötigt nicht alle Zutaten und darf ruhig auch mit den Mischverhältnissen experimentieren. Wir haben noch Asche in der Feuerstelle, Schachtelhalm im Gewürzregal und Tapetenkleister in der Werkstatt. Zusammen mit den Pferdeäpfeln vom Reiterhof gegenüber muss das für den Anstrich genügen.

 

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Melancholie am Wasser

3. Für die dagebliebenen Tiere sorgen
Noch immer ziert ein großer Haufen Bauabfall den Platz vor unserem Schlafzimmerfenster. Erst hatten wir wichtigeres zu tun, dann mussten wir uns von den Umbaumaßnahmen erholen – und dann war es eigentlich zu spät, um den Haufen noch zu entfernen. Mittlerweile dient er wahrscheinlich ziemlich vielen Klein- und Kleinstlebewesen als Winterquartier.
Tieren ist es nicht allzu wichtig, ob das Insektenhotel aus zertifiziertem Bio-Holz ist. Sie suchen ein Dach über dem Kopf, unter dem sie sicher überwintern können. So gesehen hat unsere Schutthalde einen gewissen ökologischen Nutzwert und darf nun guten Gewissens bis zum Frühjahr bleiben.

Ein Stockwerk darüber, im großen Kirschbaum, geht es noch ziemlich lebendig zu. Vogelfütterung ist ein kontroverses Thema. In unserem Garten und dem Naturschutzgebiet drumherum sollte es eigentlich genug Futter geben. Aber nachdem es in der Stadt auch Vögel gibt, die etwas mehr darauf angewiesen ist und das Herstellen von Meisenknödeln großen Spaß macht, kommen die Gartenvögel auch in den Genuss.

Man nehme:
Rindertalg oder Kokosfett, Sonnenblumenkerne, Haferflocken & Co. sowie Förmchen zum Gießen. Erlaubt ist was gefällt: eine alte Tasse, ein leerer Blumentopf….

Fett erhitzen, im Verhältnis 1:1 mit den Samen mischen, abkühlen lassen. Fertig!

Alte Tassen als Vogelfutterbehälter haben den Vorteil, dass man sie am Griff einfach an einen Ast hängen kann.

4. Barbarazweige schneiden

Am 4. Dezember ist Barbaratag. An diesem Tag ist es Brauch, einen Kirschzweig zu schneiden und ins Wasser zu stellen. Blüht er zu Weihnachten, ist Fortuna uns im nächsten Jahr hold.

Glück gehabt! Wir haben zwei eigene Kirschbäume im Garten und in der Ecke mit der Feuerschale wächst ein dritter vom Nachbargrundstück zu uns herüber. Die Sache mit der Herkunft des Kirschzweiges ist also geritzt.
Bleibt die Frage: Kann man dem Glück auf die Sprünge helfen und den Blüten ein bisschen Unterstützung bieten?

Ja, das geht, sagt die Trickkiste, die sich Internet nennt.
Kirschzweige brauchen einige Tage Frost, damit sie das Gefühl haben, dass der Winter hinter ihnen liegt. Klimaerwärmung sei Dank, kann das bis zum 4. Dezember schon mal schwierig werden. Auch in diesem Jahr stehen die Chancen schlecht. Die letzte Novemberwoche läuft und es ist noch immer kein Frost in Sicht.

Was hilft? Einige Tage in der Tiefkühltruhe sollten den Kirschzweigen einen Motivationsschub verpassen. Am besten schlägt man sie danach in Zeitungspapier ein und legt sie eine weitere Nacht in die lauwarme Badewanne. Damit sollte der Kirschblüte zum Weihnachtsfest eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

In Feierlaune

Nach der Arbeit kommt das Vergnügen

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In kleinen Häusern darf jedes Möbelstück gern mehrere Funktionen haben. Hier: Tisch, Stauraum für Bettzeug und Fußbank

Wer gemütlich die Beine hochlegen will, ist bei uns mittlerweile an der richtigen Adresse. Die große Kiste, in der das Gästebettzeug auf seinen ersten Einsatz wartet, hat nämlich genau die richtige Höhe. Baustelle war gestern. Wir wohnen jetzt! Natürlich kann man an allen Ecken und Enden noch Stellen finden, die auf einen Pinselstrich Farbe warten, aber zum Glück warten sie geduldig und ohne Murren.

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Unter dem Ecksockel verlaufen unsere Heizungsrohre, darüber wachen gute Geister

Unser fleißiges Helferteam hat erzählt, sie hätten schon Bauherren weinend zusammenbrechen sehen. Dieses schwere Schicksal blieb uns zum Glück erspart. Vielleich liegt es ja daran, dass unser Haus nur knapp 50 qm groß ist. Ist der Mittelweg zwischen Glück und Wahnsinn am Ende nur wenige Meter schmal?

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Noch kann man Gitarre spielen, ohne dass es wegen der fehlenden Heizung viel zu kalt dafür ist.

Nachdem die Umzugskisten ausgepackt sind und die ersten Bilder an der Wand hängen, bewegt sich die Aufmerksamkeit wieder hin zu ganz alltäglichen Aufgaben.

Was die Wasserversorgung angeht, haben wir auf unserem Grundstück einen weitgehend geschlossenen Kreislauf: Alles was wir hineingeben, landet früher oder später über den Weg durch die Sickergrube, den Komposthaufen und das Gemüsebeet wieder auf unserem Teller. Das schließt die Verwendung von handelsüblichen Reinigern und Haushaltsmitteln aus.

Mit uns zusammen hat daher dieses schlaue Buch Einzug gehalten, das uns zum Beispiel verrät, wie wir selbst Spülmaschinenpulver herstellen können, das sowohl biologisch abbaubar, als auch deutlich günstiger ist, als die bunten Power-Tabs, die uns die Procter & Gamble, Henkel und Co. andrehen wollen. Den Praxistest in der Spülmaschine – ein bisschen Luxus in der neuen Küche darf ruhig sein – hat das selbstgemixte Pulver bereits bestanden.

Wer sich das Buch kaufen möchte, darf gern auf den Affiliate-Link unter dem Bild klicken, und uns damit Nachschub an Kernseife, Soda, Natron und anderen Nützlichkeiten bescheren. Man kann mit den fünf Hausmitteln nämlich auch Zahnpasta herstellen, den Marder vom Auto fernhalten oder die Wäsche weichspülen. Und das probieren wir natürlich alles demnächst aus.

Herbstfinale

Baustopp muss auch mal sein

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Neue Einblicke

Da ist es also, unser neues, altes Wohnzimmerfenster, das einmal ein Küchenfenster war. Ein nagelneues Glas hat es bekommen, weil eine der beiden Scheiben beim Abschleifen zu Bruch gegangen ist. Seitdem wissen wir, dass es ein Fenster in „DDR-Standartgröße“ ist, wie uns der Glasermeister in Bernau erzählt hat.

Vor dieser Aktion hätte ich nie geglaubt, dass man Fenster und Türen so passgenau aus- und wieder einbauen kann, wie man es hier sehen kann. Nicht einmal neuer Anstrich für die Hausfassade ist nötig. Man könnte fast denken, dass sich das Fenster schon immer an dieser Stelle befunden hat – wenn man es nicht besser wüsste.

Heute bekommt es den letzten Feinschliff in Form von Putz, Silikon und ein bisschen weißer Holzfarbe, damit es auch dicht hät. Und das ist auch höchste Zeit. Wie man an den gelben Birkenblättern auf dem Fensterbrett sehen kann, ist es mittlerweile  schon äußerst herbstlich. Der Winter steht bald schon vor der Tür. Und der nächste Sturm lässt sicher auch nicht mehr allzu lang auf sich warten.

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Wer braucht da noch selbstgebastelte Insektenhotels von Menschen?

Das wissen auch die Tiere. Zugvögel kreisen über dem See und machen sich abflugbereit für den langen Weg nach Süden. Das Bienenvolk mag es nicht mehr so gern, wenn man ihm zu nahe kommt. Mittlerweile ist jeder verdächtig, ein potenzieller Honigräuber zu sein, auch der Imker, der eigentlich nur noch an die Beute kommt, um die Futtertaschen aufzufüllen. Alle anderen Krabbler und Kriecher sind weitgehend verschwunden. Wahrscheinlich haben sie es sich längst in einem natürlichen Insektenhotel, wie dem alten Baumstumpf am Gorinsee, gemütlich gemacht.

 

Küchenfreuden

Massives Holz und bunte Fliesen

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So glänzt nur ein frisch lackierter Küchenfußboden!

Für uns zählt die Küche zu den wichtigsten Teilen des Hauses. Umso schöner, dass sie langsam Form annimmt. Mittlerweile ist sie verputzt, hat neue Steckdosen bekommen, einen neuen Boden, einen neuen Fliesenspiegel – ach: eigentlich ist fast nichts mehr so wie es mal war. Seit heute haben wir auch wieder Wasser und Strom in der Küche und fallen nicht mehr automatisch beim Betreten in den Keller, weil die Deckplatte fehlt. Die Tage, an denen Timur auf der Camping-Herdplatte auf der Veranda für die Bauarbeiter kocht, sind damit langsam gezählt.

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Da ahnte noch niemand, dass die (ausgebauten) Türen der Küchenschränke ein schreckliches Schicksal erleiden sollten…

Die Küche wollten wir in diesem Jahr ursprünglich gar nicht in Angriff nehmen, aber jetzt ist alles doch ganz anders gekommen. Schließlich habe ich mir 2016 alle Mühe gegeben, die alten Küchenschränke mit einer missglückten Verschönerungsaktion zu verhunzen. Es hat sich also auf ganzer Linie gelohnt.

Ein paar alte Bekannte aus früheren Jahren nehmen auch gerade Einzug in die neue Küche. Zum Beispiel der Wasserhahn, den ich mir vor rund 15 Jahren gekauft habe und der nun ein Jahrzehnt in der Rumpelkammer auf seinen nächsten Einsatz warten musste. Oder das Bücherregal, das mein Vater mir für meine Studentenbude gebaut hat und das perfekt zu der selbstgezimmerten Küche passt.

Selbstgezimmert natürlich nicht von uns, sondern von einem netten Mann, der in seiner neuen Wohnung lieber die Plasikküche des Vermieters nutzen wollte und seine Küchenzeile stattdessen für kleines Geld auf ebay-Kleinanzeigen verscherbelt hat. Über dieselbe Plattform haben wir unseren alten Kühlschrank verschenkt, der mittlerweile sein zweites Leben in Polen angetreten hat. So zieht das Leben munter seine Kreise. Und wir ziehen mit.

 

 

 

Neue Wege in den Garten

Die Küchentür ist da!

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Auf der Suche nach dem passenden Stöckchen…

„Wer es nicht im Kopf hat, der hat es in den Beinen!“ pflegte meine liebe Oma immer zu sagen. Wie wahr dieser Satz ist, merkt man schnell, wenn die Tür des Hauses auf der einen Seite liegt und die Werkstatt auf der anderen. Wie oft sind wir doch im vergangenen Jahr mit gerunzelter Stirn ums Haus gelaufen, weil wir einen Schraubenschlüssel vergessen hatten, der Bohrer eine Nummer zu groß war oder der Fahrradschlüssel doch im Wohnzimmer lag und nicht im Schloss steckte.

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Bis demnächst im Wohnzimmer, liebes Fenster!

Schnell stand unter dem Fenster eine kleine Leiter, die zwar das Grundproblem einigermaßen löste, aber eine extrem wackelige Angelegenheit war – zum Beispiel, wenn man Sie mit dem Glaskrug des Standmixers in der Hand herunterkletterte, um die Bienen mit Zuckerwasser zu füttern.

Die Idee, das Küchenfenster auszubauen und an seiner Stelle eine Tür einzusetzen, zählte zu den zentralen Plänen der Umbauaktion. Mit dem gestrigen Tag sind damit praktisch alle Punkte auf unserer Liste abgearbeitet. Nur der Fußboden in der Küche fehlt noch.

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Wer hätte gedacht, dass Türen glücklich machen können?

Leider haben wir uns nicht ganz an die Liste gehalten und so kommt morgen eine Lieferung neuer Fliesen, im Wintergarten wartet eine neue Küchenzeile darauf, endlich eingebaut zu werden und vor lauter Arbeit hätten wir fast vergessen, den Sommer zu genießen, der mittlerweile längst vorbei ist.

Aber wir sind gestern mit strahlenden Gesichtern nach Hause gefahren, als die Tür endlich dort war, wo sie hingehört. Die Aktion hat sich wirklich gelohnt und der nächste Sommer kommt bestimmt. Ab sofort mit weniger Fußweg!

 

Von unten und oben

Neues Dach und neuer Boden

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Rauf aufs Dach!

Oh Schreck! Jetzt braucht unser Haus auch noch ein neues Dach! Hat das Tief mit dem klangvollen Namen „Rasmund“, das Ende Juni das Berliner Umland kurzfristig in eine Seenlandschaft verwandelt hat, also doch härter zugeschlagen, als gedacht. Und schon sind wir auf dem Weg zum Baumarkt und laden munter Dachpappe in unseren Einkaufswagen. Schnell noch einen Winkelschleifer mit dazu. Neben unserem handwerklichen Know-how wächst auch der Maschinenpark in einem ähnlichen Tempo.

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Schön ist der neue Dielenboden.

Zu den neu erworbenen Fähigkeiten zählt auch das Verlegen von Bodendielen. Damit rückt unser Wiedereinzug ins Haus in realistische Nähe. Jetzt nur noch dreimal Lackieren und einmal Abschleifen, dann können wir das Bett wieder aufbauen und  endlich wieder draußen übernachten – falls es noch warm genug ist, um ohne Heizung auszukommen, denn die ist nach wie vor demontiert. Mit leichten Abstrichen bei der Gemütlichkeit muss also gerechnet werden.

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Ein Satz mit X: Das war wohl nix!

Etwas weniger gemütlich ging es auch unter dem Vordach zu, wie es sich in den letzten Monaten ja schon angedeutet hatte. Im Rahmen der Dachdeckaktion kamen die Überreste der Schlacht vom Gorinsee zum Vorschein.

Das Bild zeigt nur einige Versuche des Wespenvolks, auf unserer Veranda Fuß zu fassen. Das da links könnte – wenn man die Größe der Waben vergleicht – sogar der Beginn eines Hornissennestes sein. Das wäre eine ganz schön dreiste Nummer der Hornissen: Richten wir uns doch einfach direkt neben unseren Beutetieren ein. Dann müssen wir nicht mehr heimfliegen, wenn wir total vollgefressen sind. Ob sie irgendwann die Königin erwischt haben, oder die Wespen von alleine aufgegeben haben? Wissen wir nicht.

Jedenfalls könnte dieses Bild der Fotobeweis sein, dass der Papiertüten- oder Korbtrick nicht funktioniert. Der besagt nämlich, dass Wespen nie dort bauen, wo schon ein anderes Nest existiert – oder sich auch nur eine Struktur befindet, die einem Wespennest ähnelt. Das hätten wir also auch geklärt.

Die Drei von der Baustelle

Frisch gestrichen!

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Mittlerweile besitzen wir schon drei schicke, weiße Arbeitsoveralls!

Farbspritzer an den Fenstern, Putz und Staub auf den Böden, schmutziges Geschirr in der Spüle, vom Waschbecken ganz zu schweigen – wenn es auf der Baustelle so aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen, ist man fast fertig. Was klingt, wie eine gut gemeinte Binsenweisheit, um die Nerven (unerfahrener) Bauherren zu beruhigen, hat sich als wahr herausgestellt. Der härteste Teil der Umbaumaßnahmen liegt hinter uns.

Was bleibt, ist die Kür: Wände streichen.

Das sieht man auch an der Belegschaft: Letzte Woche campierten noch muskelbepackte Herren in ausgetragenen Arbeitsklamotten im Garten und den Kühlschrank teilten sich Steaks und Bierflaschen. Jetzt liegt ihr Zelt abgebaut im Carport, dafür ist der Damenanteil sprunghaft gestiegen und unser alter Smoothie-Mixer steht in der Küche.

Eine liebe Freundin (mit guten Augen!) hat sich zu uns beiden gesellt und konnte verhindern, dass Timur manche Wände zweimal streicht und andere gar nicht. Wer hatte noch mal die geniale Idee mit der blaßgrünen Farbe, die sich in nassem Zustand an der Wand vom Putz kaum unterscheiden lässt?

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Nur mit Adleraugen erkennt man den farblichen Unterschied zwischen der Wandfarbe mit Grün-Touch und der verputzten Wand…

Na dann kann der Dielenboden kommen. Vielleicht ist dann sogar noch ein Stück vom Sommer übrig, um sich mal wieder dem Garten zu widmen. Oder um ein ganzes Wochenende am See zu liegen und einfach mal nichts zu tun. Außer nach Mücken schlagen…

 

 

Bienen, Bienen, Bienen!

Auf dem Weg zum Hobby-Imker

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Gewimmel auf der Wabe

Wenn man einen eigenen Garten hat, entwickelt man Interessen, die man früher nicht für möglich gehalten hätte. Den Anfang machte bei uns der Wurmkomposter, der sich mittlerweile zu einer Selbstverständlichkeit in unserer Küche entwickelt hat. Auf der Suche nach weiteren Nützlingen, die das Gartenleben erleichtern und bereichern, kommt man natürlich an der Honigbiene schwer vorbei.

Während das Halten von Kompostwürmern ein relativ einfaches und idiotensicheres Vergnügen ist – Komposter aufstellen, Gebrauchsanweisung lesen, mit Würmern bestücken, füttern und warten bis man die Erde ernten kann – ist das Halten von Bienen doch ein ganzes Stück komplexer. Auf keinen Fall sollte man das Thema spontan angehen und sich ein Bienenvolk per Online-Bestellung zuschicken lassen, obwohl dies laut Wikipedia-Eintrag sogar möglich sein soll: Lebende Bienen zählen zu den wenigen Ausnahmen in den Beförderungsbedingungen der Deutschen Post und dürfen im Gegensatz zu anderen lebenden Tieren „problemlos“ versandt werden. Warum das „problemlos“ in Anführungszeichen steht, darf sich jeder selbst denken.

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Auf Imkerlehrgang im Bienenlehrgarten

Imker gibt es in Berlin nicht zu knapp. Fast jeder Stadtteil hat seinen eigenen Imkerverein. Ich habe mich für einen mehrmonatigen Lehrgang im Bienengarten entschieden. Das Besondere daran: Jedes Mitglied unserer Gruppe bekommt schon bald einen eigenen Ableger, den er oder sie dann während des gesamten Kurses betreut und am Ende käuflich erwerben kann. Imkern ist nämlich nicht gerade ein günstiges Hobby. Da sollte man schon ganz genau wissen, ob es einem liegt und ob es sich überhaupt ins Leben integrieren lässt. In diesem Sinne: Ran an die Biene.

Bevor ich mich gestern versehen hatte, stand ich ohne Schutzanzug vor einer offenen Beute – so heißt der Bienstock im Imkerjargon. Fasziniert betrachtete ich das Innenleben, während mir aufgescheuchte Bienen um den Kopf summten. Gestochen hat übrigens keine. Die Mädels sind wirklich ein friedfertiges Völkchen, selbst wenn man gerade ihre Kinderstube in der Hand hält, um die Entwicklung der Larven zu begutachten.

In den nächsten Monaten sind meine Samstage also zweigeteilt: Mittags gehts raus in den Bienengarten und erst dann weiter in unser Refugium am Gorinsee. Vielleicht haben wir ja schon im kommenden Jahr unsere eigene Beute im Garten stehen.

 

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Den Hintern hochkriegen: Gilt auch für Bienen

Auch im nächste Jahr gibt es sicher wieder Probeimker-Kurse im Bienengarten Berlin:

www.bienengarten-berlin.de

Ein Birnbaum in seinem Garten stand….

Jetzt ist aber genug mit Bäumen!

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Wachse und gedeihe!

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

Ihr Kinderlein kommet! Wir haben auch bald Birnen!

Angeblich soll der kleine Kerl schon im ersten Jahr Früchte tragen – behauptet zumindest der Pflanzenversand. Bei uns im Garten stehen ja schon nicht zu knapp Obstbäume herum: mehrere Sorten Äpfel, Pflaumen, Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen und sogar Pfirsiche konnten wir im letzten Jahr ernten. Nur ein Birnbaum war noch nicht darunter. Jetzt schon. Hoffentlich lebt er sich gut ein.

Insekten, die die Bäume bestäuben, gibt es in unserer Siedlung zuhauf. Letztes Jahr hat sich sogar eine Hornissen-Kolonie auf unserem Gelände eingenistet. Aber das nutzt alles nichts, wenn kein zweiter Birnbaum in Flugnähe ist. Ob das der Fall ist, wissen wir nicht. Was kann man also tun? Einen Binenduo-Baum pflanzen, der zwei Sorten gleichzeitig trägt, den Bienen etwas mehr Abwechslung bereitet und uns hoffentlich zu vielen saftigen Früchten verhilft.

Die letzten Bäume und Sträucher, die wir im Herbst gepflanzt haben, sind übrigens gut angegangen. Holunder und Weißdorn fangen gerade an, auszuschlagen. Das lässt hoffen!

Was heute noch so in die Erde kam: drei Rosenstöcke, ein Heidelbeer-Strauch unter die Nadelbäume und einige Bärlauch-Pflänzchen, die ich aus Versehen mit Zwiebel aus der Erde gezogen habe und die jetzt unter den Kirschbaum neben dem Gewächshaus ein neues Domizil gefunden haben.

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Viele kleine Zweige ergeben auch ein großes Feuer!

Und natürlich bot es sich am Spätnachmittag an, ein kleines Feuer mit dem vielen Birkenreisig zu entzünden, der gerade auf einem Haufen neben der Feuerstelle herumliegt. Das erste von hoffentlich vielen in diesem Jahr! Wenn die Birken weiter so fleißig Zweige abwerfen, sind wir für einige Wochen versorgt.

Gewächshaus 2.0

Wenns mal nicht auf Anhieb klappt…

2017-03-12 15.52.27Als wir unseren Garten übernommen haben, stand ganz hinten in der Ecke eine etwas merkwürdige Metallstruktur, die in Sachen  Form und Größe an ein Gewächshaus erinnerte. Glas oder Folie waren zwar nicht vorhanden, aber in der Werkstatt fanden sich mehrere Meter dicker, durchsichtiger Gewächshausfolie. Fehlte eigentlich nur noch eine Rolle Gaffer-Tape und das Gewächshaus war fertig. Dann kamen Herbst und Winter, einige Stürme, Schnee und Regen und das Gewächshaus hatte seine besten Tage bereits hinter sich – ohne dass es jemals bepflanzt war. Innovativ und schnell gedacht ist leider nicht dasselbe, wie handwerklich sauber umgesetzt.

Das Gewächshaus 2.0 ist nun an den kritischen Stellen mit Kabelbindern gesichert. In der Folie gibt es zahlreiche kleine Löcher, damit Regenwasser abfließen kann. Und die ersten Samen – Spaghetti-Kürbis, Paprika und Zucchini – sind auch schon in der Erde. Was jetzt noch schief gehen kann, werden die nächsten Wochen zeigen.

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Nicht zum ersten Mal ist in unserem Garten ein Faustkeil-ähnlicher Stein zum Vorschein gekommen. Dieser ist wirklich ziemlich groß, liegt gut in der Hand und eignet sich perfekt zum Saatgutlinien ziehen im wiederauferstandenen Gewächshaus. Deshalb hat er dort seinen neuen Arbeitsplatz gefunden.

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Und auch das: Im Botanischen Garten Pankow lugen zarte Bärlauch-Blätter aus dem Laub hervor. Nächste Woche um diese Zeit dürfte dann das erste Bärlauch-Pesto fertig sein.