Der Garten im November

Vier Garten-Aktionen, die in den nächsten Tagen auf dem Programm stehen

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So ein rauhes Herbst-Lüftchen kann doch einen gestandenen Stahl-Gockel nicht erschüttern!



Ein bisschen trostlos sieht er ja aus, der Novembergarten. Das Beet ist abgeerntet, die Gartenmöbel haben ihr Winterdomizil bezogen und die Wiese versinkt unter einer dicken Laubschicht. Kein Brummen, kein Zwitschern ist mehr zu hören. Die Natur geht in die Winterpause.

Natürlich würden der Gärtner und die Gärtnerin auch gerne die Füße hochlegen – im Optimalfall an einem prasselnden Kaminfeuer. Doch das scheitert bei uns an zwei entscheidenden Gründen: Zum einen haben wir noch gar keinen Kamin, in dem wir den Holzscheiten beim Brennen zusehen können. Und dann gibt es ja noch einiges zu tun, bis der Garten winterfest ist. Diese vier Aufgaben warten noch auf uns:

1. Laub rechen und umverteilen
Im Frühling konnte man ganz einfach erkennen, welche unserer Nachbarn schon aus dem Winterschlaf erwacht waren und welche nicht. In manchen Gärten sah es Ende Februar schon ziemlich aufgeräumt aus, in anderen lag noch das Laub auf dem Rasen.

Dabei ist die Grasfläche so ziemlich der einzige Ort im Garten, der nicht von einer Laubschicht profitiert. Auf den Beeten schützen die bunten Blätter empfindliche Pflanzenwurzeln und fungieren gleichzeitig als Mulchschicht. Auf dem Komposthaufen sorgen Sie ebenfalls für Abwechslung – und besonders feinen Kompost. Und weil das Ökosystem Kompost nicht zu viel Herbstlaub auf einmal verträgt, kommt der Rest auf einen großen Haufen in der Nähe, wo er kleinen Tieren als Winterquartier dient.

Und ja: Wir haben so viel Laub, dass es für alle drei Aktionen reicht. Mit 13 Birken auf 1.000 qm Fläche ist nicht zu spaßen!

2. Bäume pflegen
Und da dachten wir schon, wir könnten die Pinsel für dieses Jahr zur Seite legen – jetzt, da sämtliche Wände im Haus einen neuen Anstrich bekommen haben. Stattdessen bleibt das Thema „streichen“ hochaktuell. Nur ist diesmal nicht die Hütte die Empfängerin eines neuen Anstrichs. Nein, jetzt im Spätherbst sind die Obstbäume an der Reihe.
Der Baumanstrich schützt den Baum auf vielfältige Weise: vor Frostschäden, vor Schädlingen und vor anderem Ungemach, das einem Baum zustoßen kann. Auf der Nutzen-Seite steigert er die Fruchtbarkeit und heilt Wunden in der Rinde.

Den Gang in den Baumarkt kann man sich übrigens sparen. Baumanstrich kann man ganz einfach selbst herstellen, wenn man die folgenden Zutaten zur Hand hat:

• Wasser
• Lehm
• Tapetenkleister
• Kuhfladen
• Holzasche, Steinmehl
• Schachtelhalmbrühe

Man benötigt nicht alle Zutaten und darf ruhig auch mit den Mischverhältnissen experimentieren. Wir haben noch Asche in der Feuerstelle, Schachtelhalm im Gewürzregal und Tapetenkleister in der Werkstatt. Zusammen mit den Pferdeäpfeln vom Reiterhof gegenüber muss das für den Anstrich genügen.

 

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Melancholie am Wasser

3. Für die dagebliebenen Tiere sorgen
Noch immer ziert ein großer Haufen Bauabfall den Platz vor unserem Schlafzimmerfenster. Erst hatten wir wichtigeres zu tun, dann mussten wir uns von den Umbaumaßnahmen erholen – und dann war es eigentlich zu spät, um den Haufen noch zu entfernen. Mittlerweile dient er wahrscheinlich ziemlich vielen Klein- und Kleinstlebewesen als Winterquartier.
Tieren ist es nicht allzu wichtig, ob das Insektenhotel aus zertifiziertem Bio-Holz ist. Sie suchen ein Dach über dem Kopf, unter dem sie sicher überwintern können. So gesehen hat unsere Schutthalde einen gewissen ökologischen Nutzwert und darf nun guten Gewissens bis zum Frühjahr bleiben.

Ein Stockwerk darüber, im großen Kirschbaum, geht es noch ziemlich lebendig zu. Vogelfütterung ist ein kontroverses Thema. In unserem Garten und dem Naturschutzgebiet drumherum sollte es eigentlich genug Futter geben. Aber nachdem es in der Stadt auch Vögel gibt, die etwas mehr darauf angewiesen ist und das Herstellen von Meisenknödeln großen Spaß macht, kommen die Gartenvögel auch in den Genuss.

Man nehme:
Rindertalg oder Kokosfett, Sonnenblumenkerne, Haferflocken & Co. sowie Förmchen zum Gießen. Erlaubt ist was gefällt: eine alte Tasse, ein leerer Blumentopf….

Fett erhitzen, im Verhältnis 1:1 mit den Samen mischen, abkühlen lassen. Fertig!

Alte Tassen als Vogelfutterbehälter haben den Vorteil, dass man sie am Griff einfach an einen Ast hängen kann.

4. Barbarazweige schneiden

Am 4. Dezember ist Barbaratag. An diesem Tag ist es Brauch, einen Kirschzweig zu schneiden und ins Wasser zu stellen. Blüht er zu Weihnachten, ist Fortuna uns im nächsten Jahr hold.

Glück gehabt! Wir haben zwei eigene Kirschbäume im Garten und in der Ecke mit der Feuerschale wächst ein dritter vom Nachbargrundstück zu uns herüber. Die Sache mit der Herkunft des Kirschzweiges ist also geritzt.
Bleibt die Frage: Kann man dem Glück auf die Sprünge helfen und den Blüten ein bisschen Unterstützung bieten?

Ja, das geht, sagt die Trickkiste, die sich Internet nennt.
Kirschzweige brauchen einige Tage Frost, damit sie das Gefühl haben, dass der Winter hinter ihnen liegt. Klimaerwärmung sei Dank, kann das bis zum 4. Dezember schon mal schwierig werden. Auch in diesem Jahr stehen die Chancen schlecht. Die letzte Novemberwoche läuft und es ist noch immer kein Frost in Sicht.

Was hilft? Einige Tage in der Tiefkühltruhe sollten den Kirschzweigen einen Motivationsschub verpassen. Am besten schlägt man sie danach in Zeitungspapier ein und legt sie eine weitere Nacht in die lauwarme Badewanne. Damit sollte der Kirschblüte zum Weihnachtsfest eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Gärtnerinnen unter sich

Kännchen statt Gießkanne

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Noch ist der Tisch leer. Aber das soll sich schnell ändern…

Was tut die (noch recht frischgebackene) Gartenbloggerin in der kühlen Jahreszeit? Treibt sie sich auf abgelegenen Weihnachtsmärkten herum? Plant sie bereits die Arbeiten für die nächste Gartensaison? Trifft sie sich am Ende gar mit Gleichgesinnten, um sich über einer Tasse extra-starken Kaffees der Fachsimpelei hinzugeben?

Ist doch toll, wenn man sich bei dieser breiten Auswahl nicht entscheiden muss, sondern einfach alle Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. Und schon sitze ich in der S-Bahn nach Dahlem und bin auf dem Weg zum 1. Gartenstammtisch Berlin-Brandenburg, zu dem Xenia vom Blog Berlingarten eingeladen hat.

Was mich erwartet, weiß ich nicht. Ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Immerhin muss ich gestehen, dass mein Garten in diesem Jahr eher zufällig die ein- oder andere Obst- und Gemüseernte abgeworfen hat. Gießen musste ich gar nicht und dass ich etwas zum (ver-) graben hatten, ist nur unseren Nachbarn zu verdanken, die uns einen Teil Ihrer Staudenknollen über den Gartenzaun gereicht haben. Unser Fokus in der Gartensaison 2017 lag ganz solide auf dem „Renovieren“.

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Weihnachtskitsch für Anspruchsvolle: Wer Dekoobjekte liebt, ist in Dahlem definitiv richtig

In der Königlichen Gartenakademie Dahlem kann man nicht nur gemütlich zusammensitzen, es weihnachtet auch schon sehr – und das im November! Außerdem öffnet das Zusammensitzen mit Gleichgesinnten die Augen und das Herz. Das Blogportfolio erweitert es noch dazu:

Da wäre zum Beispiel Renates Ikebana-Blog, Steffis Blog Frau Pratolina, der neben Gartentipps auch Genähtes und Gebackenes zu bieten hat und natürlich der Hauptstadtgarten-Blog von Caro, der – wenn ich mich recht erinnere – der erste Gartenblog war, den ich mir einst ergooogelt habe.

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Kaufen macht glücklich! Gilt auch für Blumenzwiebeln.

Anregungen für die kommende Saison gibt es natürlich auch. Im kommenden Jahr wird das „Graben“ definitiv wieder einen höheren Stellenwert einnehmen, soviel ist klar. Wer könnte diesen prall gefüllten Papiertüten voll Gartenglück widerstehen? Ich konnte es jedenfalls nicht. 2018 kann kommen! Und der nächste Gartenstammtisch bitte auch! Gern dann auch reihum in den jeweiligen Gärten. Am Besten lernt man schließlich immer noch beim „über-die-Schulter-gucken“ – und nicht am Kaffeetisch.

 

 

Kombucha, Kefir & Co.

Wir haben da einen im Tee!

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Platz da! Zum Glück haben wir nach der Renovierung jetzt zwei funktionierende Küchen. In unserem Haus am See ist der Kombucha auch schon längst heimisch.

Eines schönen Tages stand unser Freund Stefan aus Leipzig in der Tür und hielt in seinen Händen ein großes Glas. Darin schwappte eine bräunliche Brühe, auf deren Oberfläche ein beige-rosiges Etwas dümpelte, das entfernt an eine Qualle nach einem missglückten Landgang erinnerte. Und schon war es geschehen: Der Kombuchapilz nahm Einzug in unsere Küche.

Genau genommen ist das, was da oben schwimmt, gar kein Pilz, sondern eine sybiotische Kolonie von Hefen und Essigsäurebakterien. Aber „Pilz“ klingt letztendlich doch irgendwie appetitlicher. Seitdem er da ist, haben wir auch wieder Zucker im Schrank, denn das ist der Treibstoff für die Magie, die er entfaltet. Die natürliche Lebenswelt des Scobys (Symbiotic Culture Of Bacteria and Yeast), wie die glibberige Scheibe im Fachjargon heißt, ist nämlich ein stark gesüßter Tee.

Natürlich blieb unser Kombucha-Glas nicht lange alleine: Nach der Paleo Convention im Sommer fand sich ein vergessenes Starterset Wasserkefir im Kühlschrank. Auf die Frage „Wohin mit den kleinen Kristallen?“ konnte die Antwort nur lauten: „Ab damit in ein großes Glas!“

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Wasserkefir ganz klassisch angesetzt: Zucker, Trockenfrüchte und Zitronen

Nähern wir uns also der Materie von der praktischen Seite:

Womit süßen?

Auf fast jeder Seite, die sich mehr oder wenig professionell mit fermentierten Drinks auseinandersetzt, findet man lange Listen mit verschiedenen Süßmitteln. Arbeitet man sie durch, kommt man am Ende wieder bei Zucker heraus. Ob man den weißen Haushaltszucker verwendet oder braunen Rohrzucker verwendet ist Geschmacks- und Ansichtssache. Flüssige Süßmacher, wie Honig oder Melasse taugen bestenfalls als Beimischung. Zuckerersatzstoffe von Stevia bis Erythrit finden Scoby und Kefirkristalle ungenießbar. 80 bis 100 g Zucker pro Liter sind übliche Mengen.

Welcher Tee?

Bei der Zusammenstellung der Aufgussmischung darf man wesentlich kreativer ans Werk gehen, als bei der Wahl des Süßstoffs. Grüner oder schwarzer Tee sollten jedoch in jedem Fall dabei sein. Auch die persönlichen Lieblingskräuter dürfen mit in den Tee. Bei uns sind das zum Beispiel Brennessel, Ginkgo und Zitronengras. Früchtetees sind ebenfalls erlaubt. Nur bei Pflanzen mit einem hohen Anteil ätherischer Öle ist Vorsicht geboten. Aber auch hier macht die Dosierung das Gift.

Wozu Obst?

Auf den Fotos deutlich zu erkennen: Im Wasserkefir-Glas schwimmen Zitronenscheiben und auf den Kristallen liegen dunkle Kugeln, die verdächtig nach Trockenpflaumen aussehen. Wasserkefir braucht Früchte als Stickstoffquelle. Der Klassiker sind Feigen, aber im Prinzip sind alle Sorten Trockenobst und sogar frische Früchte denkbar. Erlaubt ist, was das Vorratsregal hergibt – vorausgestzt, das Obst ist ungeschwefelt. Das mögen die Kulturen nämlich nicht so gerne. Wer auf Nummer Sicher gehen will, holt sich (so wie wir) ein Dörrgerät ins Haus. Praxistipp: Je größer die Früchte sind, desto einfacher hat man es später, wenn man sie wieder herausfischen muss. Das habe ich aus meinem letzten Experiment mit Goji-Beeren gelernt. Und: Die nächste Holunderblüte kommt bestimmt!

Beim Kombucha lautet das magische Wort „Zweitfermentierung“. Hier kommt Obst erst dann ins Spiel, wenn das fertige Getränk bereits in Flaschen abgefüllt ist. Dabei entsteht Kohlensäure, es wird also sprudeliger. Und falls man auf die Idee kommt, bei diesem Prozess nochmals Zucker beizumischen, kann auch der Alkoholgehalt deutlich steigen. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt…

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Unser Dritter im Bunde: Milchkefir zwischen zwei Arbeitseinsätzen

Und warum eigentlich?

Wäre ja noch schöner, wenn man Forschungsgelder in ein Produkt investieren würde, das Jedermann und jede Frau in der heimischen Küche selbst herstellen kann. Wo für die Pharmaindustrie kein Profit zu machen ist, hinkt die Wissenschaft naturgemäß hinterher. Auch aus diesem Grund ist es streng verboten, an dieser Stelle Gesundheitsversprechen abzugeben. Vielleicht zahlt sich der Versuch, die träge Verdauung, das schwächelnde Immunsystem oder den Stoffwechsel mit Hilfe von fermentierten Getränken auf Trab zu bringen, aus. Vielleicht auch nicht. Warum nicht einfach einen Selbstversuch wagen? Im fernen Osten setzt man jedenfalls schon seit Tausenden von Jahren auf die gesundheitsfördernde Wirkung des Kombucha-Tees.

Was ihm alles nachgesagt wird? Antioxidativ (Polyphenole!), antibakteriell und blutzuckerregulierend soll er sein. Organische Säuren, Enzyme, Vitamine (darunter das bei Veganern begehrte B12!), Mineralstoffe und Spurenelemente schwimmen umher. Und das Wichtigste: Er schmeckt gut! Bei uns hat sich eine Mischung aus selbstgemachter Zitronenlimonade (Mineralwasser mit Kohlensäure, Erythrit nach Geschmack und Zitronensaft) durchgesetzt, die dann mit einem Glas Kombucha oder Wasserkefir pro Liter verfeinert wird.

Selbstverständlich darf in einem Küchenbeitrag ein Rezept nicht fehlen. Wie wäre es zum Beispiel mit diesem Ansatz, den unser Kombucha ziemlich gerne mag und der auf die Größenordnung eines 5-Liter-Glases zugeschnitten ist?

 

  • 15 g grüner Tee
  • 15 g schwarzer Tee
  • 10 g Zitronengras
  • 10 g Ginkgo-Tee
  • 200 g Rohrzucker
  • 100 ml Holundersirup

Zwei Wochen ziehen lassen, abfüllen und genießen.

Wer in unserer Nähe wohnt, ist herzlich eingeladen, sich einen Ableger unseres Scobys oder der Kefirkristalle abzuholen. Für alle anderen gibt es zum Beispiel das Rundum-Sorglos-Paket
mit biozertifizierten Zutaten als (Achtung: Gleich kommt ein Affiliate-Link!) Original Kombucha Set mit vitalem Kombuchapilz und Starter für bis zu 3 L pro Ansatz mit einfacher Anleitung, Rezept und Erfolgsgarantie von Fairment® – inclusive Scoby, Glas und Gelinggarantie.

 

 

 

 

 

In Feierlaune

Nach der Arbeit kommt das Vergnügen

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In kleinen Häusern darf jedes Möbelstück gern mehrere Funktionen haben. Hier: Tisch, Stauraum für Bettzeug und Fußbank

Wer gemütlich die Beine hochlegen will, ist bei uns mittlerweile an der richtigen Adresse. Die große Kiste, in der das Gästebettzeug auf seinen ersten Einsatz wartet, hat nämlich genau die richtige Höhe. Baustelle war gestern. Wir wohnen jetzt! Natürlich kann man an allen Ecken und Enden noch Stellen finden, die auf einen Pinselstrich Farbe warten, aber zum Glück warten sie geduldig und ohne Murren.

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Unter dem Ecksockel verlaufen unsere Heizungsrohre, darüber wachen gute Geister

Unser fleißiges Helferteam hat erzählt, sie hätten schon Bauherren weinend zusammenbrechen sehen. Dieses schwere Schicksal blieb uns zum Glück erspart. Vielleich liegt es ja daran, dass unser Haus nur knapp 50 qm groß ist. Ist der Mittelweg zwischen Glück und Wahnsinn am Ende nur wenige Meter schmal?

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Noch kann man Gitarre spielen, ohne dass es wegen der fehlenden Heizung viel zu kalt dafür ist.

Nachdem die Umzugskisten ausgepackt sind und die ersten Bilder an der Wand hängen, bewegt sich die Aufmerksamkeit wieder hin zu ganz alltäglichen Aufgaben.

Was die Wasserversorgung angeht, haben wir auf unserem Grundstück einen weitgehend geschlossenen Kreislauf: Alles was wir hineingeben, landet früher oder später über den Weg durch die Sickergrube, den Komposthaufen und das Gemüsebeet wieder auf unserem Teller. Das schließt die Verwendung von handelsüblichen Reinigern und Haushaltsmitteln aus.

Mit uns zusammen hat daher dieses schlaue Buch Einzug gehalten, das uns zum Beispiel verrät, wie wir selbst Spülmaschinenpulver herstellen können, das sowohl biologisch abbaubar, als auch deutlich günstiger ist, als die bunten Power-Tabs, die uns die Procter & Gamble, Henkel und Co. andrehen wollen. Den Praxistest in der Spülmaschine – ein bisschen Luxus in der neuen Küche darf ruhig sein – hat das selbstgemixte Pulver bereits bestanden.

Wer sich das Buch kaufen möchte, darf gern auf den Affiliate-Link unter dem Bild klicken, und uns damit Nachschub an Kernseife, Soda, Natron und anderen Nützlichkeiten bescheren. Man kann mit den fünf Hausmitteln nämlich auch Zahnpasta herstellen, den Marder vom Auto fernhalten oder die Wäsche weichspülen. Und das probieren wir natürlich alles demnächst aus.

Herbstfinale

Baustopp muss auch mal sein

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Neue Einblicke

Da ist es also, unser neues, altes Wohnzimmerfenster, das einmal ein Küchenfenster war. Ein nagelneues Glas hat es bekommen, weil eine der beiden Scheiben beim Abschleifen zu Bruch gegangen ist. Seitdem wissen wir, dass es ein Fenster in „DDR-Standartgröße“ ist, wie uns der Glasermeister in Bernau erzählt hat.

Vor dieser Aktion hätte ich nie geglaubt, dass man Fenster und Türen so passgenau aus- und wieder einbauen kann, wie man es hier sehen kann. Nicht einmal neuer Anstrich für die Hausfassade ist nötig. Man könnte fast denken, dass sich das Fenster schon immer an dieser Stelle befunden hat – wenn man es nicht besser wüsste.

Heute bekommt es den letzten Feinschliff in Form von Putz, Silikon und ein bisschen weißer Holzfarbe, damit es auch dicht hät. Und das ist auch höchste Zeit. Wie man an den gelben Birkenblättern auf dem Fensterbrett sehen kann, ist es mittlerweile  schon äußerst herbstlich. Der Winter steht bald schon vor der Tür. Und der nächste Sturm lässt sicher auch nicht mehr allzu lang auf sich warten.

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Wer braucht da noch selbstgebastelte Insektenhotels von Menschen?

Das wissen auch die Tiere. Zugvögel kreisen über dem See und machen sich abflugbereit für den langen Weg nach Süden. Das Bienenvolk mag es nicht mehr so gern, wenn man ihm zu nahe kommt. Mittlerweile ist jeder verdächtig, ein potenzieller Honigräuber zu sein, auch der Imker, der eigentlich nur noch an die Beute kommt, um die Futtertaschen aufzufüllen. Alle anderen Krabbler und Kriecher sind weitgehend verschwunden. Wahrscheinlich haben sie es sich längst in einem natürlichen Insektenhotel, wie dem alten Baumstumpf am Gorinsee, gemütlich gemacht.

 

Küchenfreuden

Massives Holz und bunte Fliesen

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So glänzt nur ein frisch lackierter Küchenfußboden!

Für uns zählt die Küche zu den wichtigsten Teilen des Hauses. Umso schöner, dass sie langsam Form annimmt. Mittlerweile ist sie verputzt, hat neue Steckdosen bekommen, einen neuen Boden, einen neuen Fliesenspiegel – ach: eigentlich ist fast nichts mehr so wie es mal war. Seit heute haben wir auch wieder Wasser und Strom in der Küche und fallen nicht mehr automatisch beim Betreten in den Keller, weil die Deckplatte fehlt. Die Tage, an denen Timur auf der Camping-Herdplatte auf der Veranda für die Bauarbeiter kocht, sind damit langsam gezählt.

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Da ahnte noch niemand, dass die (ausgebauten) Türen der Küchenschränke ein schreckliches Schicksal erleiden sollten…

Die Küche wollten wir in diesem Jahr ursprünglich gar nicht in Angriff nehmen, aber jetzt ist alles doch ganz anders gekommen. Schließlich habe ich mir 2016 alle Mühe gegeben, die alten Küchenschränke mit einer missglückten Verschönerungsaktion zu verhunzen. Es hat sich also auf ganzer Linie gelohnt.

Ein paar alte Bekannte aus früheren Jahren nehmen auch gerade Einzug in die neue Küche. Zum Beispiel der Wasserhahn, den ich mir vor rund 15 Jahren gekauft habe und der nun ein Jahrzehnt in der Rumpelkammer auf seinen nächsten Einsatz warten musste. Oder das Bücherregal, das mein Vater mir für meine Studentenbude gebaut hat und das perfekt zu der selbstgezimmerten Küche passt.

Selbstgezimmert natürlich nicht von uns, sondern von einem netten Mann, der in seiner neuen Wohnung lieber die Plasikküche des Vermieters nutzen wollte und seine Küchenzeile stattdessen für kleines Geld auf ebay-Kleinanzeigen verscherbelt hat. Über dieselbe Plattform haben wir unseren alten Kühlschrank verschenkt, der mittlerweile sein zweites Leben in Polen angetreten hat. So zieht das Leben munter seine Kreise. Und wir ziehen mit.

 

 

 

Schwammerlglück

Pilze suchen vor der Haustür

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Drei Maronen-Röhrlinge auf einen Streich.

Es gibt gute Gründe, warum unsere Adresse „Waldblick“ lautet. Unsere Vorbesitzer haben uns erzählt, dass sie das Grundstück einst dem Wald abgetrotzt haben. Und kaum tritt man vors Gartentor, steht man auch tatsächlich schon mitten im Wald. Warum nicht also noch ein paar Schritte weiter gehen, um östlich vom See nach Pilzen zu suchen? Gesagt, getan!

Für ausgeprägtes Schwammerlglück sind wir ja nicht gerade bekannt. Der letzte Versuch, im Pfarrwald meines Heimatdorfes, brachte uns vor zwei Jahren einen vollen Korb Gallenröhrlinge ein. Zum Glück kannte sich einer meiner Onkel einigermaßen mit der Materie aus. So konnte er uns gerade noch davor bewahren, die ungenießbare Ernte der Mutter zum Abendbrot auf den Tisch zu stellen.

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Schwer zu übersehen, der kleine Mann!

Manche unserer Freunde betreten einen Wald und kommen nach gefühlten fünf Minuten mit einem vollen Korb Steinpilze zurück. Wir gehören nicht zu dieser Gattung Mensch.Wir können auch nur einen essbaren Pilz zweifelsfrei erkennen: den Maronen-Röhrling.

Doch wie sich heute herausstellte, sind die Wälder rund um den See ziemlich reich an Pilzen. Genau genommen muss man aufpassen, um nicht bei jedem Schritt aus Versehen einen davon zu zertreten. Alles was wir also noch tun mussten, war, die richtigen Pilze zu finden. Und dabei den dicken Kreuzspinnen, die zwischen den Bäumen ihre Netze gespannt hatten, aus dem Weg zu gehen…

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We are Family!

Als ich noch ein Kind war, gehörte die Heimkehr vom Pilzsuchen zu den großen Zitterpartien des Lebens. Waren sie madig oder nicht? Allzu oft kippte die Mutter die gesamte Ausbeute in die Mülltonne, weil es sich ihrer Meinung nicht lohnte, die guten Stellen herauszuschneiden.

Und heute? Heute war das Pilzglück uns hold. Kiloweise Maronen! Plus: Entweder gibt es an unserem See keine Maden oder wir waren einfach schneller als sie. Heute Abend gibt es Pilze. Und weil es so viele waren, die uns ins Körbchen gingen, morgen gleich noch mal!

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Und wer ist diese weiße Schönheit?

 

Neue Wege in den Garten

Die Küchentür ist da!

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Auf der Suche nach dem passenden Stöckchen…

„Wer es nicht im Kopf hat, der hat es in den Beinen!“ pflegte meine liebe Oma immer zu sagen. Wie wahr dieser Satz ist, merkt man schnell, wenn die Tür des Hauses auf der einen Seite liegt und die Werkstatt auf der anderen. Wie oft sind wir doch im vergangenen Jahr mit gerunzelter Stirn ums Haus gelaufen, weil wir einen Schraubenschlüssel vergessen hatten, der Bohrer eine Nummer zu groß war oder der Fahrradschlüssel doch im Wohnzimmer lag und nicht im Schloss steckte.

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Bis demnächst im Wohnzimmer, liebes Fenster!

Schnell stand unter dem Fenster eine kleine Leiter, die zwar das Grundproblem einigermaßen löste, aber eine extrem wackelige Angelegenheit war – zum Beispiel, wenn man Sie mit dem Glaskrug des Standmixers in der Hand herunterkletterte, um die Bienen mit Zuckerwasser zu füttern.

Die Idee, das Küchenfenster auszubauen und an seiner Stelle eine Tür einzusetzen, zählte zu den zentralen Plänen der Umbauaktion. Mit dem gestrigen Tag sind damit praktisch alle Punkte auf unserer Liste abgearbeitet. Nur der Fußboden in der Küche fehlt noch.

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Wer hätte gedacht, dass Türen glücklich machen können?

Leider haben wir uns nicht ganz an die Liste gehalten und so kommt morgen eine Lieferung neuer Fliesen, im Wintergarten wartet eine neue Küchenzeile darauf, endlich eingebaut zu werden und vor lauter Arbeit hätten wir fast vergessen, den Sommer zu genießen, der mittlerweile längst vorbei ist.

Aber wir sind gestern mit strahlenden Gesichtern nach Hause gefahren, als die Tür endlich dort war, wo sie hingehört. Die Aktion hat sich wirklich gelohnt und der nächste Sommer kommt bestimmt. Ab sofort mit weniger Fußweg!

 

Von unten und oben

Neues Dach und neuer Boden

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Rauf aufs Dach!

Oh Schreck! Jetzt braucht unser Haus auch noch ein neues Dach! Hat das Tief mit dem klangvollen Namen „Rasmund“, das Ende Juni das Berliner Umland kurzfristig in eine Seenlandschaft verwandelt hat, also doch härter zugeschlagen, als gedacht. Und schon sind wir auf dem Weg zum Baumarkt und laden munter Dachpappe in unseren Einkaufswagen. Schnell noch einen Winkelschleifer mit dazu. Neben unserem handwerklichen Know-how wächst auch der Maschinenpark in einem ähnlichen Tempo.

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Schön ist der neue Dielenboden.

Zu den neu erworbenen Fähigkeiten zählt auch das Verlegen von Bodendielen. Damit rückt unser Wiedereinzug ins Haus in realistische Nähe. Jetzt nur noch dreimal Lackieren und einmal Abschleifen, dann können wir das Bett wieder aufbauen und  endlich wieder draußen übernachten – falls es noch warm genug ist, um ohne Heizung auszukommen, denn die ist nach wie vor demontiert. Mit leichten Abstrichen bei der Gemütlichkeit muss also gerechnet werden.

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Ein Satz mit X: Das war wohl nix!

Etwas weniger gemütlich ging es auch unter dem Vordach zu, wie es sich in den letzten Monaten ja schon angedeutet hatte. Im Rahmen der Dachdeckaktion kamen die Überreste der Schlacht vom Gorinsee zum Vorschein.

Das Bild zeigt nur einige Versuche des Wespenvolks, auf unserer Veranda Fuß zu fassen. Das da links könnte – wenn man die Größe der Waben vergleicht – sogar der Beginn eines Hornissennestes sein. Das wäre eine ganz schön dreiste Nummer der Hornissen: Richten wir uns doch einfach direkt neben unseren Beutetieren ein. Dann müssen wir nicht mehr heimfliegen, wenn wir total vollgefressen sind. Ob sie irgendwann die Königin erwischt haben, oder die Wespen von alleine aufgegeben haben? Wissen wir nicht.

Jedenfalls könnte dieses Bild der Fotobeweis sein, dass der Papiertüten- oder Korbtrick nicht funktioniert. Der besagt nämlich, dass Wespen nie dort bauen, wo schon ein anderes Nest existiert – oder sich auch nur eine Struktur befindet, die einem Wespennest ähnelt. Das hätten wir also auch geklärt.

Brennnesselernte

Samen für die Winterküche

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Der Optimalfall: dicke Samen, leicht angetrocknet und noch nicht abgefallen

Es ist wieder an der Zeit, die Vorräte für die kalte Jahreszeit aufzufüllen. Vom 15. August bis zum 8. September dauert der so genannte „Frauendreiziger“, die Hauptsammelzeit für Kräuter, Wurzeln und Früchte. Eine gute Freundin unseres Hauses, die Brennnessel, biegt sich gerade unter dem Gewicht ihrer Samen. Zum Glück ist sie auch nicht allzu schwer zu finden – so auch am Wegesrand rund um unseren Garten.

Wo will man anfangen, um die vielfältigen Wirkungen der Brennessel zu beschreiben? Und wo aufhören?

Die Brennnessel wirkt blutreinigend, entgiftend und harntreibend. Ihre Samen sind äußerst proteinreich und enthalten Linolsäure sowie Mineralien wie Kalium, Eisen und Kalzium. Hinzu kommen die Vitamine A, B, C und E. Aufgrund Ihrer anregenden Wirkung sind sie auch als natürliches Aprodisiakum bekannt. Männer in der zweiten Hälfte des Lebens schätzen eine Tinktur aus ihrer Wurzel zur Linderung von Prostata-Beschwerden.

Brennnesseln sind zweihäusige Pflanzen. Gesammelt werden die Samen der weibliche Exemplare, die man daran erkennt, dass die Samenfäden mit den schweren Nüsschenketten nach unten hängen. Bei männlichen Pflanzen stehen die Fäden mit dem Blütenstaub zur Seite ab.

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Nicht nur beim Menschen beliebt…

Bleibt die Frage der Erntetechnik.

Natürlich kann man sich mit Handschuhen schützen, eine Schere benutzen oder bemüht vorsichtig sein, um die Brennhaare nicht zu verletzen. Eine andere Methode besagt, beim Pflücken von unten nach oben über den Stiel zu streichen. Da die Brennhaare nach oben hin abstehen, entgeht man so dem Stich und kann die Pflanze vor der Weiterverarbeitung trocknen. Getrocknet brennt sie nämlich nicht mehr.

Wer sich jedoch überwinden kann, den Stich zuzulassen, wird von der wehrhaften Pflanze abermals belohnt. Die Reizung kurbelt die Durchblutung von Haut und tieferliegenden Gewebeschichten an. Sogar Gelenkerkrankungen stehen auf der heilerischen To-Do-Liste der Brennnessel. Da lohnt sich doch ein Versuch.

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Die Ernte eines Wochenendes

Zum Trocknen kommen die Samen zuerst auf einen Teller und werden mehrmals am Tag gewendet, bis sie entgültig trocken sind. Wäre doch zu schade, wenn die Ernte zu feucht verpackt wird und im verschlossenen Glas schimmelt.

Und dann heißt es „Guten Appetit!“ Bei uns landet in fast jedem Gericht eine Handvoll der nussig schmeckenden Samen. Immer kleiner wird der Vorrat in der dunklen Hälfte des Jahres. Hoffentlich langt er auch in diesem Jahr bis zu dem Zeitpunkt im Frühjahr, bis die Brennnessel mit saftigen Trieben, neuen wieder ausschlägt.